Qualitätszirkel Case Management des Kommunalen Integrationsmanagements

Bestmögliche Beratung ist das Ziel

Die psychische Gesundheit in der Beratung von zugewanderten Menschen stand im Treffen des Qualitätszirkels Case Management/Fallarbeit des Kommunalen Integrationsmanagements des Kreises Lippe (KIM) im Zentrum.

Zu verschiedenen Fragestellungen tauschten sich die Fachkräfte intensiv aus.

Hierzu trafen sich rund 50 Fachkräfte, die operativ und fallbezogen mit Zugewanderten in Lippe im Beratungsprozess arbeiten. „Dabei setzten sich die sozialpädagogischen Fachkräfte der Kommunen, Jugendämter und der anderen Träger sowie Arbeitsvermittelnde, Mitarbeitende der Ausländerbehörden und weitere das Ziel, (neu-)zugewanderte Menschen bestmöglich zu beraten, sowie die Einwanderungsstrukturen im Kreis Lippe stetig zu verbessern“, wie Jessica Keitel, Leiterin des KIM feststellte.

In ihrer Begrüßung nahm die zuständige Verwaltungsvorständin Sabine Beine das aktuelle Dilemma der Integration auf. Die politische Diskussion über Einwanderung sei zwiegespalten: Einerseits gebe es die notwendige Nachfrage nach Fachkräften, andererseits hätten viele Vorbehalte bei Geflüchteten in der direkten Nachbarschaft, wie sie betonte, zu beobachten seien zudem rechtsextreme Tendenzen in der Politik. „Wir haben aber verstanden, wir brauchen Migration“, so Beine in ihrem Fazit.

Mit einem Vortrag von Prof. Dr. Haci Halil Uslucan, Lehrstuhlinhaber für moderne Türkeistudien und Integrationsforschung an der Uni Duisburg-Essen sowie mehreren Workshops wurden im Qualitätszirkel die Notwendigkeit und die Möglichkeiten der Behandlung und Versorgung von psychisch belasteten Menschen im Bereich der Zuwanderungsberatung ausgelotet.

Die psychischen Belastungen vor allem der Geflüchteten und von Minderheiten aus Südosteuropa wurden als eine Herausforderung in der Fallarbeit vermehrt wahrgenommen, was in Verbindung mit dem gleichzeitig schwierigen Zugang zu professionellen Hilfsangeboten die Integration deutlich erschwert. „Die psychische Gesundheit ist ein grundlegendes Menschenrecht, dass nicht an geografische Grenzen gebunden ist, wie Keitel erläuterte, – es sei die Aufgabe in der Beratung, die unsichtbaren Wunden zu verstehen, angemessen zu versorgen und zu reagieren.

„Uns war es wichtig, bei dieser Veranstaltung viel Zeit für die Vernetzung zur Verfügung zu stellen, damit sich die Teilnehmenden über gegenseitige Hilfestellungen bei Hürden im Beratungsalltag austauschen konnten“, so Keitel abschließend, so unterstütze das KIM die Kommunen bei der wichtigen Integrationsarbeit.