Gelungener Neustart in der Antidiskriminierungsarbeit

OWL-Vernetzungstreffen für alle Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage

Die Zahlen waren beeindruckend, 130 engagierte und aktive Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte trafen sich zum regionalen Vernetzungstreffen der Courageschulen im Ceciliengymnasium in Bielefeld und konnten an zwölf verschiedenen Workshops teilnehmen.

„Wir freuen uns ob der großen Zustimmung für das Courage-Regionaltreffen, das in diesem Jahr nach der Corona-Pandemie erstmals wieder in Präsenz stattgefunden hat“, wie Stefanie Lehmkuhl und Maren Halverscheid von der Landeskoordination betonten. Nach 2019 sei es begeisternd gewesen, endlich wieder mit weit über 100 Couragierten den Netzwerkgedanken vor Ort zu leben.

Den Einstieg gestaltete Manuel Blendin vom Welthaus in Bielefeld mit seinem Vortrag zum ‚Leben auf Kosten anderer?‘, bevor der Reigen der Workshops von ‚Vielfalt sichtbar machen‘ über ‚Rassismus im Kopf‘ bis zu ‚Soziale Medien und Islamismus‘ ‚Nachhaltig denken – nachhaltig handeln‘ startete. Auch die acht weiteren Angebote, die sich dem Kolonialismus, den Radikalisierungsprozessen, dem Antisemitismus, auch im Rap, dem Alltagsrassismus sowie verschiedenen Unterstützungsangeboten für Diskriminierte zeigten die Bandbreite der Informations- und Mitmachangebote.

Es wurde engagiert diskutiert und erarbeitet, „Besonders beeindruckte, wie engagiert und reflektiert sich die Schülerinnen und Schüler mit Blick auf Kernthemen unseres gesellschaftlichen Miteinanders zeigten“, so Halverscheid.

Für die Courage-Schulen im Netzwerk von SoR-SmC NRW bieten die Regionaltreffen eine wichtige Austausch- und Vernetzungsfunktion auch über die Stadt- und Kreisgrenzen hinaus. „Die verschiedenen Workshops geben den Teilnehmenden spannende Einblicke und neue Impulse für das couragierte Eintreten für Demokratie, Menschenrechte und Vielfalt“, wir Lehmkuhl herausstellte, so könnten die Teilnehmenden auch von den Erfahrungen und Aktivitäten an anderen Schulen Impulse für die eigene Arbeit erhalten.

Abschließend dankten die beiden Organisatorinnen der Schülervertretung des Ceciliengymnasiums Bielefeld, „die mit viel Engagement und großem Einsatz zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben“.

 

„Geballte Kompetenz, die wir angesichts unseres Fachkräftemangels gut gebrauchen können“

Zweites Beteiligungsforum des Kommunalen Integrationsmanagements erfolgreich

“Wir möchten einem qualifizierten Beruf nachgehen und ein Teil dieser Gesellschaft sein“ – Mit dieser zentralen Aussage lud das Kommunale Integrationsmanagement des Kreises Lippe interessierte Menschen mit internationaler Familiengeschichte zum zweiten Beteiligungsforum ins Kreishaus ein.

Der gelungene Austausch offenbarte Herausforderungen, Wünsche und Ideen direkt von den Betroffenen.

Innerhalb der Diskussion stellten sich einige Punkte als Integrationshemmnisse heraus. So wurden lange Wartezeiten, gerade bei der Bearbeitung von Anträgen und auf Sprachkurse ebenso wie Wohnsituation, besonders in den zentralen Unterkünften immer wieder hervorgehoben. Aber auch die Wohnsitzauflagen seien im Zusammenwirken mit der schwierigen Mobilität in Lippe für das Ankommen im Kreis nicht förderlich. So stellte Yildiz Eyidogan, Koordinierung KIM und Moderation der Veranstaltung, denn auch fest, „viele Aussagen der Teilnehmenden haben uns gezeigt, dass sich zum größten Teil die Probleme der neu Zugewanderten mit den strukturellen Problemen decken, die wir bereits in unserer Arbeit identifizieren konnten.“

Innerhalb des Austausches kristallisierten sich die Wünsche der Anwesenden heraus, so wünschten sie sich einen Beruf entsprechend ihrer Qualifizierung, eine diskriminierungsfreie Behandlung, einen gesicherten, langfristigen Aufenthalt, möglichst in einer eigenen Wohnung, gute Deutschkenntnisse und die Möglichkeit, ihre Familienangehörigen sehen zu können.

Damit auch die Kreispolitik Einblicke in den Austausch gewinnen konnte, nahm die Vorsitzende des Kreistagsausschusses ‚Soziales, Gesundheit und Arbeit‘, Marianne Rautenberg, an dem Austausch teil. „Dank der Case-Manager und Managerinnen wird hier gute Integrationsarbeit geleistet“, stellte Rautenberg fest, so hoffe sie, dass der Kreis bald von den guten Ausbildungen der Anwesenden profitieren könne. Vielfach seien auch akademisch ausgebildete Kräfte dabei, „also geballte Kompetenz, die wir angesichts unseres Fachkräftemangels gut gebrauchen können.“

„Für mich ist es elementar, dass wir die Menschen, über die immer wieder gesprochen wird, selbst zu Wort kommen lassen. Sie sind die Expertinnen und Experten für ihre Ressourcen und für ihre Herausforderungen bei uns in Lippe“, betonte die Leiterin des KIM, Jessica Keitel, die Bedeutung des Austauschforums abschließend, die Ergebnisse würden wir für die weitere KIM-Arbeit genutzt und so werde– Schritt für Schritt – das Ankommen in Lippe optimiert.

Wohnungsführerschein in Schlangen und Bad Salzuflen

Was gehört in welche Tonne? Die Abfallberatung in Lippe erläutert die korrekte Sortierung und auch, warum das so ist.

Egal ob neu zugewandert oder die erste eigene Wohnung – mit dem geplanten Einzug in eine Wohnung kommen eine Menge Fragen zu verschiedenen Themen auf. Damit der Einzug und auch das harmonischen Miteinander in der Nachbarschaft klappt, hat das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) mit den Partnerorganisationen den ‚Wohnungsführerschein – für ALLE in Lippe‘ entwickelt.

„In den vergangenen Wochen fanden die Module des Wohnungsführerscheins in Schlangen und in Bad Salzuflen statt, insgesamt konnten 70 Menschen in den fünf Modulen geschult werden“, freut sich Anne-Kathrin Edler vom KI.

Mit den Themen ‚Wohnungssuche und Unterstützungsmöglichkeiten‘, ‚Verhalten in der Wohnung – glückliche Nachbarn, glückliche Vermieter:innen‘, ‚Richtige Abfallentsorgung und warum das wichtig ist‘, ‚Verträge rund um die Wohnung‘ sowie ‚Strom sparen – besser heizen‘ wurden die wichtigsten Bereiche rund um das eigene Zuhause angesprochen.

„Diese fünf Module, die auch unabhängig voneinander besucht werden konnten, erweitern das Wissen rund um das Thema ‚Wohnen’“, so Edler, und seien auch auf der Seite der Vermietenden bekannt und anerkannt. Der Wohnungsführerschein steigere somit auch die Chance, eine Wohnung vermietet zu bekommen, so Edler weiter.

Gemeinsam mit der Abfallberatung des Kreises Kippe und der Verbraucherzentrale werden unter anderem Tipps zur Energieeinsparung und Abfallvermeidung sowie zu allgemeinen Verhaltensregeln und zum verfügbaren Einkommen gegeben.

Weitere Kurse zum Wohnungsführerschein wird es auch in weiteren Lippischen Kommunen geben, Informationen dazu sind unter https://willkommen-in-lippe.de/events/ zu finden.

BU: Was gehört in welche Tonne? Die Abfallberatung in Lippe erläutert die korrekte Sortierung und auch, warum das so ist.

„Demokratiebildung ist eine Querschnittaufgabe“

Fachtag ‚Zusammen in Vielfalt -Demokratie im Alltag‘ im Kreishaus

‚Rebellion‘ im Kreistagssitzungssaal, Almir, Jeremy und Amir (von links) performen ihren Rapsong, der auch von Brigitte van Ahee von den OMAS GEGEN RECHTS (hinten links) begeistert verfolgt wurde.

Ein buntes Treiben an den Ständen im Foyer, Vernetzungen an den Stehtischen und der Fachaustausch mit den OMAS GEGEN RECHTS, dem Projekt Wegweiser oder der SystEx-Fachkraft. Über 70 Teilnehmende des Demokratie-Fachtags ‚ Zusammen in Vielfalt -Demokratie im Alltag‘ nutzten die Gelegenheit, in Workshops zu unterschiedlichen Angeboten im demokratischen Miteinander zu arbeiten, sich umfangreich zu informieren und durch Kunstbeiträge mitreißen zu lassen.

Sabine Beine stellte in ihrer Begrüßung als zuständige Verwaltungsvorständin heraus, dass sie mit dem Wort Demokratie eine Vertrautheit verbinde, dass sie sehe, dass wir die Demokratie als selbstverständlich hinnähmen und dass man wisse, das Recht zu haben überall frei zu sagen, was man denke. Darüber hinaus könne man die Freiheit genießen, im Rahmen der Gesetze tun und lassen zu dürfen, was einem gefällt und die Garantie dazu über die Grundrechte zu haben.

Es gebe aber auch Symptome einer Krise, die sie am Aufstieg rechtspopulistischer Parteien, der tendenziell sinkenden Wahlbeteiligung, und dem abnehmenden Vertrauen in das politische System festmachte.

In ihrem Fazit betonte sie, dass die Demokratie verteidigt werden müsse „und das nicht nur von Politikern oder Verantwortungsträgern, sondern von uns allen aus der Mehrheits-Gesellschaft.“ Sie wisse, dass Demokratie nicht einfach sei, es gebe Herausforderungen, den politischen Diskurs und es gelte, andere Meinungen zuzulassen und Kompromisse zu schließen – „aber es lohnt sich“, ist sie sich sicher.

In seinem Vortrag ‚Politische Bildung – Demokratiebildung: Kernauftrag von Schule und Jugendarbeit‘ stellte Ulrich Ballhausen unter anderem heraus, dass die Demokratiearbeit durch die aktive demokratische Partizipation der Kinder und Jugendlichen erfolgen müsse. Zudem wies er darauf hin, dass neben der Schule beispielsweise auch Sportvereine und die kulturelle Jugendbildung Orte der Demokratieerziehung seien.

Einer angemessenen Demokratiebildung in Schulen stehe unter anderem die marginale Stundenausstattung entgegen, so ist sich Ballhausen sicher, sowie die hohe Quote an fachfremdem Unterricht, der in NRW an Hauptschulen zu knapp 86 Prozent und an Sekundarschulen zu knapp 82 Prozent stattfinde. So schlussfolgerte er, dass man sich im Klaren darüber sein müsse, „dass Demokratiebildung/ politische Bildung eine Querschnittsaufgabe, ein Arbeitsprinzip, eine Haltung, aber auch eine Fachprofession ist.“

Mitreißend waren die Darbietungen des Teams ‚Lichter der Großstadt‘ aus Hagen um Gandhi Chahine. Mit Ihren Texten und Tänzen zu Chancengleichheit, Ausgrenzung und der eigenen Identität begeisterten die Jugendlichen per Rapsong ‚Rebellion‘, Poetry-Slam und Schauspiel mit ihren gelungenen Einblicken in ihre Leben als junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Brigitte van Ahee rundete mit Ihren Poetry-Slams aus Sicht einer Oma gegen rechts das Kulturprogramm passend ab.

Die Ergebnisse aus allen Workshops fließen in die Arbeit des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe ein und werden, ebenso wie die Unterlagen zum Ballhausenvortrag, den Teilnehmenden zur Verfügung gestellt. Zukünftig wird der Demokratietag alle zwei Jahre stattfinden.

Kreis Lippe Teil der bundesweiten digitalen Integrations-Plattform

Auftaktveranstaltung mit ergiebiger Beteiligung

Menschen müssen sich in einer neuen Umgebung zeitnah zurechtfinden. Behörden, Institutionen, Vereine und Gruppierungen unterstützen die neu zugewanderten Menschen dabei. Die verschiedenen Hilfsangebote sowie die Informationen darüber waren in Lippe bisher nicht leicht zu koordinieren, mit der Nutzung der App ‚Integreat‘ will der Kreis Lippe diesen Herausforderungen gerecht werden.

Seit nunmehr acht Jahren gibt es die von der TU München und dem Sozialreferat der Stadt Augsburg entwickelte App bereits, die inzwischen von mehr als 90 Städten und Landkreisen eingesetzt wird. Sie bündelt lokale Informationen, Angebote, Tipps und Kontakte sowie Beratungsstellen. „Nahezu alle Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten haben Smartphones, die Integrationsthematik und die Inhalte haben eine hohe Dynamik und nicht immer besteht der Zugriff auf eine stabile Internetverbindung, wie Michael Mittag vom Anbieter ‚Tür an Tür‘ feststellte, Behörden und Beratungsstellen würden entlastet, trotzdem könne ‚Integreat‘ die Fach- und Migrationsstellen nicht ersetzen.

Auch wenn die technische Betreuung durch den Anbieter ‚Tür an Tür‘ gewährleistet wird, die inhaltliche Pflege obliegt dem kommunalen Projektteam vor Ort in Lippe. Entsprechend breit ist das Organisationsteam aufgestellt. Neben Cosmina Ahrweiler und Jessica Keitel vom Kommunalen Integrationsmanagement des Kreises Lippe gehören auch Katharina Bärtram vom Kreis, Laura Estevo von der Stadt Detmold, Dennis Löwen vom Jobcenter sowie Ilka Gräber und Julian Hördemann vom Netzwerk Lippe der Gruppe an.

„Die App ‚Integreat‘ ist ein weiterer Schritt in den Integrationsbemühungen des Kreises Lippe“, stellte Ahrweiler heraus, sie solle vor allem praktische Unterstützung bieten. „Die App bietet in erster Linie Unterstützung für die Neuzugewanderten und für Behörden, aber auch für Beratungsstellen und alle haupt- und ehrenamtlichen Kräfte“, wie die Organisatorin erläuterte, für die Implementierung der App im Kreis Lippe sei dafür die Kollaboration und die Zusammenarbeit der Integrationsakteure im Kreis Lippe unabdingbar.

Die Auftaktveranstaltung wurde nicht nur für die Informationen genutzt, so wurden die Teilnehmenden in fünf Runden gebeten, ihre Ideen zu den Themen Arbeit, Alltag und Teilhabe, Bildung und Sprache, Gesundheit sowie Kinder, Jugend und Familie einzubringen. „Von der Qualität und Vielfalt der Beiträge waren wir wirklich begeistert“, so Mitorganisatorin Jessica Keitel, diese Ideen würden bei der Entwicklung der Lippischen Version der App durch das Organisationsteam auf jeden Fall mit einbezogen.

In den kommenden Wochen werden darüber hinaus auch die Übersetzungen in die für Lippe relevanten Sprachen vorgenommen, damit möglichst zeitnah den Akteuren und Zugewanderten Menschen diese digitale Unterstützung in der Integrationsarbeit zur Verfügung stehen wird.

„Wir schätzen die Meinungsfreiheit in Deutschland“

Erstes Beteiligungsforum des Kommunalen Integrationsmanagements

Was sind Ihre Wünsche, zum Beispiel an die Politik? Was fiel beim Ankommen in Lippe leicht und was war schwierig? Wie könnten die Dinge besser laufen? Mit diesen Leitfragen lud das Kommunale Integrationsmanagement des Kreises Lippe (KIM), die Menschen, die aus dem Ausland nach Lippe zogen und Menschen mit internationaler Familiengeschichte ins Kreishaus.

„Von der Vielfalt und der Qualität der uns gegenüber geäußerten Hinweise waren wir sehr angetan“, so das Team KIM, das mit diesen Hinweisen der Betroffenen Veränderungen vorantreiben könne.

Ein Teil der Arbeitsergebnisse im Beteiligungsforum.

Kritische Töne konnten in der Veranstaltung festgestellt werden. So sei der Eindruck, dass es Bevorzugungen einiger Zuwanderungsgruppen bei den Integrationsbemühungen gebe, häufiger geäußert worden, so das KIM Team, „zudem wurde bedauert, dass man nur wenig Kontakt zu der Aufnahmegesellschaft findet“.

Von den Teilnehmenden wurde darüber hinaus kritisiert, dass die Sprachkurse zu divers seien und man deshalb langsamer lerne. Bei den unterschiedlichen Sprachständen könne die jeweilige Lehrkraft zudem nicht optimal fördern, so die Erfahrung der Teilnehmenden. Darüber hinaus wurde der erschwerte Zugang zum Arbeitsmarkt, auch auf Grund von Praktikum- und Arbeitsverboten und unklaren oder unpassenden Angeboten als Hemmnis genannt. „Die Herausforderungen durch die fehlende Mobilität auf dem Land war für die Teilnehmenden ebenfalls ein wichtiges Thema“ ergänzte das Team, dies verhindere oftmals die Arbeitsaufnahme oder den Besuch der notwendigen Sprachkurse.

Aber es ist nicht alles schlecht, stellten die Teilnehmenden fest. Von der schnellen Aufnahme in das Gesundheitssystem und die Schulen über den Zugang zu kostenlosen Sprachkursen, die generell Möglichkeit kostenlos Sprachkurse zu besuchen und die demokratischen Freiheiten bis zu der sofortigen Abdeckung der Grundbedürfnisse gingen hier die Themen. Die Teilnehmenden sprachen im Kreishaus von einem „Demokratieerlebnis“. Zum ersten Mal würden sie gehört werden und könnten sich über Schwierigkeiten von Neuzugewanderten mitteilen.

Für die nächste Veranstaltung wünschten sich die Teilnehmenden, dass auch die Politik vertreten sein sollte und dass das Beteiligungsforum und die Beratung in einem möglich sein sollten. „Dies Format machte deutlich, dass es viel Kommunikationsbedarf gibt, dass an einigen Stellschauben mit wenig, an anderen mit deutlich mehr Aufwand gedreht werden muss, um die Einwanderung in Lippe zu optimieren“, wie das Team KIM abschließend hervorhob, aber auf beiden Seiten sei die Bereitschaft gegeben konstruktiv daran mitzuwirken. Auf jeden Fall werde diese Veranstaltung auch weiterhin angeboten werden.

Sprachbildung mit individuellem Lernerfolg ein voller Erfolg

Austauschtreffen zeigt den umfangreichen Nutzen des ehrenamtlichen Engagements

„War das interessant! Ich habe so viele Anregungen, Ideen und Tipps für meine Arbeit mitgenommen.“ „Endlich lerne ich mal die anderen SmiLeys kennen!“ „An meiner Schule läuft das ganz anders!“ „Mich hat mein erster Kontakt mit ‚meinem‘ Kind so berührt. Da war so viel Dankbarkeit, Strahlen und ein selbst gemaltes Bild habe ich auch geschenkt bekommen.“

Die ehrenamtilchen Kräfte genossen den intensiven Austausch untereinander beim Treffen der SmiLeys.

Nach fast drei Jahren pandemiebedingter Zwangspause trafen sich die im Projekt SmiLe ehrenamtlich tätigen Menschen, um bei Kaffee und Kuchen in den gemütlichen Räumlichkeiten der „Alten Remise“ in Lemgo ins Gespräch zu kommen. Beate Becker vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) betreut das Projekt „SmiLe – Sprachbildung mit individuellem Lernerfolg“, und freute sich, dass doch viele der insgesamt 30 Aktiven zum Treffen kamen.

Im SmiLe-Projekt lernen einzelne zugewanderte Kinder oder auch kleine Gruppen von Schülerinnen und Schülern einmal in der Woche mit einer erwachsenen Person Deutsch. „Das kann auf vielfältige Art und Weise geschehen: spielerisch oder auch eher in Form von Nachhilfeunterricht“, so Becker. wie die Förderung aussehen solle, entscheide die Klassenleitung zusammen mit der ehrenamtlichen Kraft, die sich mit ihren Fähigkeiten und Ideen immer einbringen könne.

Die Ehrenamtlichen sind zwischen Mitte Zwanzig und Mitte 70 Jahre alt und bringen unterschiedlichste berufliche Hintergründe mit. „Um als ‚SmiLey‘ tätig zu sein, bedarf es keiner professionellen pädagogischen Ausbildung“, betonte Becker die Arbeitsumstände, „zudem werden die Smileys möglichst wohnortnah im Kreisgebiet in allen Schulformen eingesetzt“.

Die Schulen begrüßen diese Art der Unterstützung sehr, denn das KI übernimmt die Organisation, schult die Ehrenamtlichen und führt Austauschtreffen durch. „Wer am meisten Nutzen aus dieser Art des ehrenamtlichen Engagement zieht, ist schwer zu sagen“, freut sich die Koordinatorin, die Klassenleitung wisse, dass das Kind gut aufgehoben sei und zudem noch Deutsch lerne, die ehrenamtliche Kraft sehe, dass sie eine sinnvolle Aufgabe erfülle und das Kind freue sich auf den Termin in der Woche, in dem ein Erwachsener nur ihm seine volle Aufmerksamkeit und Zeit schenke, mit ihm spiele, man sich etwas erzähle, gemeinsam in einem Buch lese, oder endlich mal in Ruhe das Arbeitsblatt erklärt bekomme oder gar das 1×1 übe.

Das Projekt scheint auf allen Seiten erfolgreich zu sein. Dementsprechend war der Austausch, der zu Beginn von Becker spielerisch angeleitet wurde, sehr rege. Berührende Geschichten zu den Begegnungen mit den Kindern wurden geteilt, aber auch Berichte über praktischen Dinge fanden großen Zuspruch, beispielsweise über die Nutzung einer SprachApp.

Wer sich gern mit Kindern oder Jugendlichen beschäftigt und sie bei der Integration und dem Ankommen hier unterstützen möchte, darf sich gern beim Kommunalen Integrationszentrum bei Beate Becker melden (per Email b.becker@kreis-lippe.de oder telefonisch 05231 – 621493).

Arabischsprachige Kinderbücher für lippische Grundschulen

Muttersprachliche Lektüre hilft auch beim Einstieg in die deutsche Sprache

Claudia Kloock und Beate Becker mit den arabischsprachigen Neuzugängen in der Ausleihbibliothek.

Die Ausleihbibliothek MiKI, Medien im Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe, konnte eins der bundesweit nur 30 Bücherpakete der Stiftung Internationale Jugendbibliothek aus München erlangen und erweitert damit das Gesamtangebot in Lippe.

„Es freut uns“, so Beate Becker vom Bibliotheksteam, dass wir mit unserem Antrag Erfolg hatten“. Gerade das Beherrschen der Herkunftssprache sei ein wichtiger Erfolgsfaktor beim Erlernen der deutschen Sprache und dies könne mit den zwanzig sehr unterschiedlichen neuen Büchern im Angebot nun unterstützt werden.

Neben dem Bücherpaket stehen zudem drei Empfehlungsbroschüren zur Verfügung, in dem die durch Dr. Azad Hamoto und Jochen Weber, Cheflektor in der Internationalen Jugendbibliothek, die wichtigen Trends der arabischsprachigen Kinderliteratur präsentieren.

Die Bücher stehen nun den interessierten Grundschulen im Kreis zur Verfügung. „Über diese 20 neuen Bücher hinaus haben wir auch herkunftssprachliche Literatur in weiteren Sprachen sowie etliche zweisprachige Bücher, die neben Deutsch auch jeweils eine weitere Sprache beinhalten, wie Claudia Kloock, ebenfalls aus dem Büchereiteam, betonte.

Basisschulung Medienmündigkeit hilft bei der Erziehung

KI bietet Informationen zu Bilderbuch, TV, Tablet, Smartphone und Co.

„Alle haben! Alle dürfen! Nur ich nicht!“ Dieser Dreiklang ist vielen Eltern bekannt und oftmals der Auftakt für Streit um die Mediennutzung in der Familie. Die Basisschulung Medienmündigkeit der drei Programme ‚Griffbereit‘, ‚Rucksack Kita‘ und ‚Rucksack Schule‘ des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe (KI) zeigte Möglichkeiten auf und bot Hilfestellung.

Die Teilnehmenden wurden gut von der Medienpädagogin Sabine Schattenfroh (vorn) in die Thematik der Medienmündigkeit eingeführt.

„Wir waren eine sehr gemischte Teilnehmergruppe, bestehend aus den Honorarkräften der drei Programme, pädagogischen Fachkräften, ehrenamtlichen Kräften des Programms ‚Smile‘ und Lehrkräften“, umfasste Anne Grit Bangura, Mitorganisatorin aus dem KI, die Teilnehmenden.

In dieser Schulung ging es um den Umgang mit digitalen Medien in der Altersgruppe bis zehn Jahren. Eine der wichtigsten Feststellungen von Sabine Schattenfroh, Medienpädagogin und Fortbildungsleiterin, war dabei „Medien-Erziehung beginnt im Elternhaus!“ So kam denn auch die Rolle der Eltern als Vorbilder zur Sprache. Wie sieht es mit dem eigenen Medienkonsum aus, definieren die Erziehenden gemeinsam Erziehungsziele mit Regeln, Grenzen und deren konsequenter Einhaltung?

Drüber hinaus seien die Teilnehmenden umfassend informiert worden und hätten Informationsmaterialien zu allen gängigen Sozialmediaplattformen bekommen, so Bangura weiter, „Schattenfroh wusste dabei sehr genau, was Kinder und Jugendliche gerade online tun, was sie gerne spielen und wo sie sich aufhalten.“

Medientagebücher, die notwendige Moderation von Klassen-WhatsApp-Gruppen, damit die Kinder nicht komplett durch die Nachrichtenflut in den Chats überfordert werden, klare, altersentsprechende Grenzwerte für die Medienzeiten, mit vielfältigen Beispielen zeigte die Medienpädagogin auf, wie den beherrschenden Medien entgegengetreten werden kann.

„Es braucht Regeln und Strukturen und man sollte gut informiert sein, um mit digitalen Medien verantwortungsvoll und mündig umgehen zu können“, wie Schattenfroh betonte. Wenn man dann noch dem Kind die drei Z Zeit, Zuwendung und Zärtlichkeit entgegenbringe, man mit ihm spreche und vorlese und eben gute Regeln für die Bildschirme habe, können das Kind beispielsweise gut in die Schule starten.

„Wir konnten mit der Veranstaltung einen Impuls zur weiteren Reflexion setzen, denn alle Anwesenden haben die Ausführungen von Sabine Schattenfroh mit großem Interesse verfolgt“, schloss Bangura ihr Fazit, „informiert zu sein ist der Schlüssel für einen mündigen und maßvollen Umgang mit Medien. Ich möchte weitere Eltern und Fachkräfte gerne ermutigen, sich die Zeit für die Auseinandersetzung mit dem Thema Medienmündigkeit zu nehmen.“

Neue Qualifizierungsreihe der Programme Griffbereit, Rucksack Kita und Rucksack Schule

Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe plant eine weitere Qualifizierungsreihe für die Programme „Griffbereit“, „Rucksack Kita“ und „Rucksack Schule“. Der erste Termin findet im April 2023, kurz nach den Osterferien statt. Vorab haben interessierte Personen an zwei Terminen die Möglichkeit sich digital über die Inhalte der Programme zu informieren. Die Informationsveranstaltungen finden am Montag, den 13.02.2023 um 10:00 Uhr und am Montag, den 13.03.2023 um 17:00 Uhr über Zoom statt. Ansprechen möchten die Koordinatorinnen der Programme zum einen Menschen mit internationaler Familiengeschichte und zum anderen Fachkräfte der frühkindlichen Bildung, sowie dem Primarbereich. Ziel der Schulungsreihe ist es Personen zu befähigen als Honorarkräfte eine Elterngruppe in einer Kita oder Grundschule zu leiten. Weitere Informationen zur Schulungsreihe finden Sie hier. Bei Interesse melden sie sich bitte bei Frau Becker, 05231/62-1493 oder b.becker@kreis-lippe.de.