MiKI reagiert auf aktuelle Situation

Bestand wächst stetig weiter und nimmt auch neue Themen auf

Seit fast einem Vierteljahr tobt der Krieg in der Ukraine und hat entsprechend für eine Fluchtbewegung gesorgt. Auch in Lippe sind etliche Menschen aus der Ukraine angekommen, darunter viele Kinder. „Damit die Kinder schnell die Deutsche Sprache erlernen können, bedarf es geeigneter Materialien“, so Claudia Kloock vom Team MiKI – Medien im KI.

Das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) wolle Erziehende und Lehrende mit Ideen und Materialien unterstützen und habe gut 80 Kinderbücher angeschafft, die in der Bibliothek eingesehen und ausgeliehen werden könnten, wie ihre Kollegin Beate Becker ergänzte. „Diese sind einsprachig und zweisprachig, zum Teil auch Bildwörterbücher, die den ersten Spracherwerb besonders gut unterstützen.“

Auch dieser Bestand wächst stetig weiter und umfasst viele Themen. „So haben die Bücher diverse Themen zur Orientierung in Deutschland, wie beispielsweise den Besuch beim Kinderarzt, so Kloock weiter, aber auch schwierige Themen wie die Flucht seien in den Büchern kindgerecht aufgearbeitet worden.

Für Fragen zu den neuen Büchern stehen Beate Becker unter b.becker@kreis-lippe.de und Claudia Kloock c.kloock@kreis-lippe.de auch schon vor einem Besuch der Ausleihbibliothek MiKI im Braunenbrucher Weg 18 in Detmold zur Verfügung.

Workshop für Ehrenamtliche

Workshop vom Kommunalen Integrationszentrum zum Thema: „Resilienz und Selbstfürsorge für Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe“ am 01.07.2022 von 17:00 – 19:00 Uhr

Die große Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft für Geflüchtete im Kreis Lippe ist beeindruckend. Dabei ist das Engagement der ehrenamtlich Tätigen sehr vielfältig. So unterstützen viele die lippischen Vereine und Initiativen mit praktischen Tätigkeiten oder nehmen selbst Geflüchtete bei sich auf. Sie helfen den Geflüchteten bei Behördengängen, schaffen Begegnungsmöglichkeiten und unterstützen bei der Integrationsarbeit. Innerhalb der Flüchtlingsarbeit stehen die Ehrenamtlichen vor vielen Herausforderungen und werden mit den Geschichten der Schutzsuchenden konfrontiert. Viele haben das Gefühl, dass Sie dringend helfen wollen und wissen gleichzeitig oft nicht, wie sie sich vor Überforderung schützen können. Um weiterhin unterstützen zu können, ist es ebenfalls wichtig, dass es den Ehrenamtlichen selbst gut geht.

Mit Blick auf die Ehrenamtlichen soll der Workshop die Resilienzförderung und die Selbstfürsorge mit Einbezug der bereits gemachten Erfahrungen innerhalb der Flüchtlingshilfe aufgreifen. Ziel ist es, alltagspraktische Tipps sowie Möglichkeiten der Stressbewältigung zu vermitteln, um sich selbst zu stärken.

Referentin:
Diplom-Psychologin Irmgard Weishaupt
Leiterin Fachgebiet Beratung Kreis Lippe Familienberatung & Schulpsychologie mit langjähriger Erfahrung in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe

Wann?    01.07.2022 von 17:00 – 19:00 Uhr
Wo?        Kreishaus Detmold

Anmeldung bitte bis zum 28.06.2022 per Mail an:
Für die Anmeldung zum Workshop senden Sie eine Mail (j.christoffer@kreis-lippe.de) mit einer kleinen Motivation zur Teilnahme und unter der Angabe, wo Sie ehrenamtlich tätig sind. Der Workshop ist kostenlos. Bitte beachten Sie, dass nur Anmeldung von Ehrenamtlichen mit direkten Kontakt zu Geflüchteten zu berücksichtig werden
können!

Der Workshop wird vom Kommunalen Integrationszentrum organisiert.
Bei Fragen melden Sie sich gerne bei Jacqueline Christoffer.

Kommunales Integrationszentrum
Jacqueline Christoffer
E-Mail: J.Christoffer@kreis-lippe.de
Tel: 05231 621480

Ehrenamtsvereinbarungen in Schule nun auch in ukrainisch und russisch

Der Bedarf wurde von den Leitungen der lippischen Schulen in der Schulleiterdienstbesprechung deutlich gemacht. Da Ehenamtliche benötigt werden, um die neuen Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine optimal begleiten zu können, ist es auch notwendig, dass auch die begleitenden bedingungen der Einsätze eindeutig geklärt sind. Dafür wurde die Ehrenamtsvereinbarung des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen nun auch auf ukrainisch und russisch übersetzt. Alle drei Versionen können hier aufgerufen und heruntergelden werden.

Ehrenamtsvereinbarung deutsch

Ehrenamtsvereinbarung ukrainisch

– Ehrenamtsvereinbarung russisch

Alter und Migration – Ein Blick auf Pflege und Gesundheit

Fachtagung im Kreishaus

Seit Jahren ist bekannt, dass es durch den demographischen Wandel immer mehr alte und pflegebedürftige Menschen in Deutschland, und damit auch im Kreis Lippe, geben wird. Dass dadurch Herausforderungen im Bereich der Pflege im Alter entstehen, gilt in besonderem Maße für Familien mit Einwanderungsgeschichte.

Um diesen Herausforderungen zu begegnen zu können, wird am 11. Mai ab 13 Uhr im Raum 404 des Parlamentarischen Bereichs des Kreishauses eine Fachtagung mit vielen Informationen zur kultursensiblen Versorgung im Alter stattfinden.

Verschiedene renommierte Referierende konnten für die Fachtagung gewonnen werden. So wird die Soziologie-, Erziehungs- und Gesundheitswissenschaftlerin Prof. Dr. Dr. Hürrem Tezcan-Güntekin die Kultursensible Versorgung im Kontext Alter, Pflege und Migration auch in ihrer Bedeutung darlegen. Wie die Praxis dazu aussehen kann, wird Ralf Krause, mit dem Konzept des DRK-Multikulturellen Seniorenzentrums Haus am Sandberg in Duisburg aufzeigen. Dass die Herausforderungen einen durchaus relevanten Bevölkerungsanteil Lippes betrifft, wird Anne Loke mit statistischen Daten hervorheben.

„Das Kommunale Integrationszentrum hat sich gemeinsam mit den Fachgebieten Gesundheit und Pflege bereits vor fünf Jahren auf den Weg gemacht und das Thema ‚Gesundheit, Alter und Migration‘ in sein Portfolio mit aufgenommen“, wie Anne-Kathrin Edler vom Organisationsteam erläuterte. Mit dem aktuellen Fachtag solle an die bereits erfolgten Veranstaltungen angeschlossen werden.

„Wir haben uns ganz bewusst für eine Hybridveranstaltung, also einer Kombination aus Präsenz- und Onlinezugang entschieden“, so Edler, „damit wirklich alle Interessierte daran teilnehmen können“. Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist notwendig und kann auch unter 05231 621476 oder a.edler@kreis-lippe.de erfolgen. Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier.

Bist Du behindernd? Mach´s doch allen möglich!

Für mehr Teilhabe und Barrierefreiheit in Lippe

Unter diesem Motto wird der Aktionstag der Menschen mit Behinderung am Samstag, 7. Mai 2022, von 12 bis 16 Uhr im Kurpark in Bad Salzuflen stattfinden. Zum zweiten Mal wird ein buntes Programm mit Informationsständen, Mittmachaktionen, Essen und Getränken soei einem Unterhaltungsprogramm geboten werden. Für jede Altersstufe sind verschiedene Angebote vorhanden, auch das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe wird mit drei Aktionen und einem Informationsstand dabei sein. Das Programm, eine Anmeldekarte für den kostenlosen Fahrdienst sowie weitere Informationen finden Sie im Flyer.

Das Kommunale Integrationszentrum sucht und schult neue Elternbegleitende

Im April startet eine Schulungsreihe der Bildungsprogramme Griffbereit, Rucksack Kita und Rucksack Schule des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe (KI). In sechs Schulungen, drei davon online, werden die neuen Elternbegleitenden auf ihre neuen Aufgaben optimal vorbereitet.

Diese Basisqualifizierung bietet eine Weiterbildung zu den Themen kindliche Entwicklung, frühkindliche Mehrsprachigkeit und Kinderrechte. Weiterhin werden in der Schulungsreihe Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder bis zum Grundschulalter einschließlich erarbeitet.

Die Teilnahme an der Schulung ermöglicht es den zukünftigen Elternbegleitenden, auf Honorarbasis mehrsprachige Eltern-Kind-Gruppen in Kitas, Gemeindehäusern, Familienzentren oder Grundschulen zu leiten. Weitere Informationen zu den drei Bildungsprogrammen Griffbereit, Rucksack Kita und Rucksack Schule finden Sie unter https://willkommen-in-lippe.de/arbeitsbereiche/projekte-und-programme/.

Der erste Termin der Schulungsreihe wird am 25. April 2022 stattfinden, es wird dann noch weitere fünf Folgetermine geben, drei davon werden online angeboten werden. Sie sind interessiert? Das KI sucht vorzugsweise Personen mit Migrationsgeschichte, die dann als Elternbegleitende eingesetzt werden können. Die Teilnahme ist an der Schulungsreihe ist kostenfrei.

Für weiterreichende Information und die Anmeldung stehen Anne Grit Bangura, A.Bangura@Kreis-Lippe.de und Linda Antonia Paul L.Paul@Kreis-Lippe.de zur Verfügung.

Ebru Kunst Workshop am Weltfrauentag

Die Teilnehmenden mit Ihren Ebrubildern.

Die Kunsttechnik „Ebru“ ist schon uralt, es ist nicht bekannt wann und wo diese Kunst tatsächlich entstanden ist, sie gehört keiner bestimmten Nation oder Kultur an. Die Muster, die duch den Farbauftrag auf der Flüssigkeit entstehen, sind vielfältig, das Ergebnis auf Papier oder Stoff ist überraschend anders als erwartet. „Eine beruhigende, therapierende Wirkung, das Staunen während des Mamorierens und die große Bewunderung für die Kunstwerke der Teilnehmerinnen untereinander war sehr spürbar“, wie Anne Grit Bangura vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe feststellte. Die Teilnehmenden kamen aus verschiedenen Bereichen, Institutionen und aus dem Haupt-und Ehrenamt zusammen und verbrachten einen interessanten Nachmittag. „Ich bin total happy diese Technik kennengelernt zu haben, so die Teilnehmerin des Workshops Rose Schäfer.

Der Künstler Mutlu Yilmazer aus Bielefeld leitete den Workshop und erklärte, „die Ebru-Kunst steht heute in der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Die speziellen Farben, die sich nicht miteinander vermischen, sondern sich gegenseitig Platz geben, zeigen für ihn symbolisch die Toleranz, den Respekt und die Kooperationsbereitschaft, die wir in einer diversen Gesellschaft stets zusammen üben müssen“.

Workshop Alltagsdikriminierungen in der Realschule Lemgo

Die tägliche Dosis Pöbelei

Sie sind sich einig, dass mit dem resprektvollen Umgang miteinander Alltagsdiskiminierungen begenet werden kann.

Die Klasse 7c setzte sich mit verschiedenen Formen von Alltagsdiskriminierungen auseinander. Dr. Frank Oliver Klute vom kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe führte in seinem Worhshop zahlreiche, alltägliche Situationen auf, in denen Menschen aufgrund  ihres Geschlechts, ihrer Hautfarbe, ihrer Religion, ihrer Abstammung sowie ihrer finanziellen Möglichkeiten beleidigt, ausgegrenzt und/oder benachteiligt werden. Einige Beispiele waren den Schüler:innen bekannt und sie konnten in einen Erfahrungsaustausch gehen, Lösungsmöglichkeiten und -wege aufzeigen. Weitere Beispiele wurden angesprochen, in denen erst genauer hingesehen werden wusste um die Diskriminierung zu erkennen.

Im Vordergrund des Workshops stand der Austausch, die Diskussion. Eine relevante Erkenntnis war, dass oftmals Diskriminierungen passieren, ohne dass gezielt eine Ausgrenzung gewollt wird. „Um derartige Situationen nicht eskalieren zu lassen, sind die Reflexion und ein verändertes aufeinander Zugehen entscheidend, so die Lehrerin Tanja Kis. Allein das Nachfragen, das miteinander Reden, helfe Missverständnisse zu beseitigen, den eigenen Standpunkt zu betonen und aber auch für ein respektvolles Miteinander zu sorgen.

„Unser Partner, der Handball Bundesligist TBV Lemgo, hat unseren Workshop mit dem erfolgreichen Spieler Lukas Huticek unterstützt. Er nahm aktiv an den Diskussionen teil und ermunterte die Schüler:innen sich neuen Situationen und Gesprächen mit einem sportlichen Ehrgeiz zu stellen“, freute ich die Lehrerin Nadine Sabatzki. Nur wer miteinander spreche, könne voneinander lernen, so ihr Fazit.

Umfangreiche Informationen auf Ukrainisch

Die vielen Informationen von allen, die sich an der kurzfristigen Materialsammlung zu Unterstützungsangeboten für ukrainische Flüchtende beteiligt haben, wurden vom Bundesfamilienministerium in einer Link-Liste gebündelt, nach Themen und Sprache geclustert und zusammen mit den eingereichten Dokumenten im Bundesfamilienministerium weitergeleitet. Da sich vermutlich auch viele Hilfebedürftige direkt vor Ort informieren werden, ist diese Link-Liste hier abrufbar. Vielleicht kann sie Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen vor Ort hilfreich sein, die nach Informationen zu den verschiedenen Themen in Ukrainisch oder Russisch suchen.

Wir wollen Frieden!

Realschule Lemgo organisiert große Mahnwache

Dieser so einfache Wunsch in dieser entsetzlichen Zeit wurde am heutigen Donnerstag in der ersten Schulstunde in unserer Realschule deutlich formuliert!

Die SVen formulierten klare Forderungen.

Die 7c las im Unterricht die Lektüre „Ich bin ja nicht rechts, aber…“ von Anna Siebenstein. In der thematisierten Rassismus-Problematik mussten sich die Schüler:innen in Referaten über die Themen zu den Weltkriegen, über den Holocaust, über den Mauerbau und -fall informieren, um schlussendlich festzustellen, dass es schön ist, dass wir seit über 70 Jahren Frieden haben. Ein Stolz über die Demokratie und die Menschenrechte konnte als Lernziel festgehalten werden …und dann kam die Realität ins Klassenzimmer. Russland hatte die Ukraine angegriffen – was können wir nun tun?

Die Klasse entschied sich für eine Mahnwache, um festzuhalten, dass Krieg niemals Gewinner hervorbringt.

Die benachbarten weiterführenden Schulen, die Heinrich-Drake Hauptschule und die Karla-Raveh-Gesamtschule, unterstützten sofort diese friedvolle Aktion und schickten Klassen, um auf dem Schulhof der Realschule mit einer Menschenkette das Friedenszeichen und das Wort Frieden darzustellen.

Das Ergebnis der Mahnwache, kreativ und bildgewaltig.

Maren Krüger, Pastorin der St. Johann Kirche und der Bürgermeister der Stadt Lemgo, Markus Baier, sprachen beide die Hoffnung aus, dass dieser Konflikt bald zu Ende sein wird. Sehr deutlich wurden die Schülervertretungen der Hauptschule und der Realschule. Der Schülersprecher der Hauptschule, Isam Daud, erzählte von seinen Erfahrungen, die er als junger Mensch im Krieg machen musste und dass er allen Schüler:innen wünscht, dass sie nie Krieg miterleben müssen. Die Musiklehrerin Frau Wolf und der Musiklehrer Philipp Meyer ermunterten die Schulgemeinschaft den Refrain des Liedes „Komm‘ wir ziehen in den Frieden…“ von Udo Lindenberg mitzusingen.

Weitere Unterstützung erfuhren die Schüler:innen durch die Weltmeisterin im Boxen, Beke Bas, den Geschäftsführer des TBVs Ulrich Kaltenborn, die kirchlichen Vertretungen aller Lemgoer Gemeinden und der Vertreterin der Lemgoer Moschee, Hilal Aydin.

Diese Mahnwache war aufwühlend, vereinend und bietet genug Gesprächsstoff, um miteinander Demokratie und Menschenrechte wertzuschätzen und dafür einzustehen.

WIR WOLLEN FRIEDEN

Nadine Sabatzki und Tanja Kis