DBB ist ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘

Mit 2schneidig eindeutig gegen Rassismus

Sie alle stehen zu den Zielen der Courageschulen: SV-Lehrer Jan-Philip Kube, Schülersprecher Jonathan Abrams, der Pate Matin Rietsch (2schneidig), Landrat Dr. Axel Lehmann, Schulsozialarbeiterin Angelika Helmig, KI-Mitarbeiter Dr. Frank Oliver Klute, der ehemalige stellvertretende Schulleiter Wilhelm John und sein Nachfolger Matthias Keiser.

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass es zu einer zentralen Aufgabe meiner Schule wird, nachhaltige und langfristige Projekte, Aktivitäten und Initiativen zu entwickeln, um Diskriminierungen, insbesondere Rassismus, zu überwinden.“ Dies sind die ersten Worte der Selbstverpflichtung der Courageschulen, zu der sich Schüler, Lehrer und alle weiteren Tätigen an der Schule bekennen müssen und deren Inhalte sie in der Zukunft leben wollen.

Die Schülervertretung (SV) des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs (DBB) steckte gemeinsam mit der Schulsozialarbeit viel Arbeit in die Zertifizierung. Denn es mussten die Bedingungen der Bundeskoordination der Courageschulen erfüllt werden, damit sie ‚Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage‘ werden können. Die Zustimmungsquote zu der Selbstverpflichtung von 70 Prozent aller an der Schule beteiligten Personen wurde dabei mit 81 Prozent mehr als erfüllt.

Landrat Dr. Axel Lehmann verdeutlichte in seinem Grußwort, dass die Worte und Taten des Namensgebers des Berufskollegs bis heute nachwirkten und eine Verpflichtung seien. „Nämlich, dass wir uns stark machen wollen gegen Strömungen, die den Wert eines Menschen an seiner Gesinnung, Herkunft und Abstammung messen. Dass wir uns stark machen wollen gegen Rassismus“, erklärte der Landrat. Rechtsradikale Strömungen, die sich teilweise latent verbreiten, seien die gefährlichste Form des Rassismus, da sie nicht immer sofort erkennbar seien. „Umso wichtiger ist es auch mir persönlich, dass wir ausdauernd und konsequent Signale setzen und dagegen arbeiten, dass wir handeln, damit diese Strömungen nicht noch mehr Boden gewinnen“, so Lehmann weiter.

„Wir müssen deshalb Wege finden, uns auch in der Schule mit so aktuellen politischen Themen wie der gegenseitigen Ab- und Ausgrenzung zu beschäftigen“, ergänzte SV-Lehrer Jan-Phillip Kube. Schule sei kein Ort, an dem diese Probleme vollständig gelöst würden, so Kube weiter, „aber ganz sicher ist Schule ein Ort, an dem man dafür sorgen kann, dass Populismus, Rassismus und Ausgrenzungen aller Art der Nährboden entzogen wird.“

Der Künstler Martin Rietsch alias „2Schneidig“ stellte fest, dass „Schule ohne Rassismus“ zu sein kein Sprint sondern ein Dauerlauf sei. Ein Gedanke, den Dr. Frank-Oliver Klute, Mitarbeiter des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe und Kreiskoordinator der Courageschulen, aufnahm. Es gehe nicht darum, das Schild an der Tür zu haben, sondern den Titel als Herausforderung zu sehen. An der Erreichung des Inhalts des Titels müsse immer wieder gearbeitet werden. „Rassismus und Antisemitismus werden durch Tabubrüche wieder salonfähig, dem müssen wir uns entgegenstellen“, forderte er.

Arbeitskreis ‚Interkulturelle Pädagogik‘ tagte im Kreishaus

Bekämpfung der Kinderarmut im Fokus

Detmold. Neuerungen, personelle Wechsel, Informationen vom Netzwerk und strategische Ziele – das sechste Treffen des Arbeitskreises ‚Interkulturelle Pädagogik‘ des Kommunalen Integrationszentrums des Kreises Lippe bot vielfältige Themen und Diskussionsmöglichkeiten.

AK Leitung Julia Prokofieva und Margit Monika Hahn sowie die Referentin Anika Eltgen (vorne rechts) bringen gemeinsam mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises die interkulturelle Pädagogik durch gelebte Vielfalt voran.

Anika Eltgen informierte über die Arbeit der ‚Clearing- und Koordinierungsstelle Sprache‘ des Netzwerks Lippe. Hierbei verdeutlichte sie, dass das Netzwerk durch diese Stelle die Bedarfe an Sprachkursen schneller feststellen und die Teilnehmenden passgenauer den Kursen zuweisen könne. „Das bringt mehr Planungssicherheit für die Träger und das Jobcenter und eine deutliche Verkürzung der Wartezeiten für die Teilnehmenden“, so das Fazit von Eltgen.

Im Rahmen der kommunalen Präventionsketten habe der ‚Familienfreundliche Kreis‘ die Kinderarmut im Fokus der Arbeit, wie Margit Monika Hahn, die nun in dieser Abteilung und im Kommunalen Integrationszentrum tätig ist. „Fast jedes fünfte Kind in Deutschland wächst heute in Armut auf“, so Hahn weiter, was besonders in den Kommunen auffalle. Deshalb engagiere sich der ‚Familienfreundliche Kreis‘ besonders in diesem Themenfeld, „um allen Kindern und Jugendlichen ein Aufwachsen im Wohlergehen zu ermöglichen. Das Konzept hilft zudem, die nachteiligen Wirkungen und Folgen von Kinderarmut frühzeitig zu erkennen und die Folgekosten von Kinder- und Jugendarmut für die Kommunen zu senken“, legte Hahn die Vorteile dar.

Die neuen Handreichungen für Eltern zur besseren Orientierung in den KiTas sowie für Erzieherinnen und Erzieher sowie für pädagogische Fachkräfte, die bei der Umsetzung pädagogischer Konzepte unter Berücksichtigung aktuellen gesellschaftlichen Veränderungen helfen sollen, wurden den Teilnehmenden des Fachtags präsentiert. Eine weitere Neuerung sei der Newsletter des ‚Familienfreundlichen Kreises‘, so Julia Prokofieva, ebenfalls Leiterin des AK, „darin werden die Arbeitsbereiche mit den dazugehörigen Aufgaben und Angeboten ebenso vorgestellt wie die jeweils aktuellen Veranstaltungen.“

Neben den weiteren Sitzungsterminen wurde auch die Fortbildung ‚Durch Krieg, Vertreibung und Flucht traumatisierte Kinder und Jugendliche: psychologisches Verstehen & pädagogisches Handeln‘ des schulpsychologischen Dienstes, die Irmgard Weishaupt am 9. Juli anbieten wird, terminiert.

 

Alexandra Piel informierte zu Methoden, Spielen und Aktivitäten im DaZ-Unterricht

Kam der Igel zu der Katze, „Bitte reich mir deine Tatze!“

Dozentin Alexandra Piel, Schulrätin Anke Freytag und KI-Mitarbeiterin Mirjam Mann mit einer Darstellung zum ‚Generativen Schreiben‘.

Detmold. Interesse wecken, Kompetenzen abrufen, Sprache korrekt anwenden und gleichzeitig die Kreativität fördern – und das ales auch noch im Deutschunterricht für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler. Wie dieses Vorhaben nicht nur funktioniert, sondern in Lerngruppen mit unterschiedlichen Sprachständen auch noch den Spracherwerb fördert, brachte das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe in einem Workshop nahe.

In dem Workshop ‚Methoden, Spiele und Aktivitäten im DaZ- Unterricht – Praxistipps für einen lebendigen Sprachenunterricht mit neu angekommenen Kindern und Jugendlichen‘ arbeiteten Lehrkräfte aus den Grundschulen, den weiterführenden Schulen und den Berufskollegs zu verschiedenen Methoden im Deutsch als Zweitsprache-Unterricht (DaZ). Unter kompetenter Anleitung von Alexandra Piel, DaZ- und Sprachenlehrerin u. a. im Sprachenzentrum der TU Dortmund, entwickelten die Teilnehmer_innen großen Entdeckergeist beim Ausprobieren verschiedener Materialien wie Bildkarten, Wimmelbilder, Poster, zu denen Übungen und Sprech- bzw. Schreibanlässe entwickelt wurden.

„Besonders gut kamen bei den Teilnehmer_innen die Beispiele zum Einsatz leichter Lesetexte sowie der motivierende und aktivierende Einsatz von Gesellschaftsspielen wie ‚Tabu‘ oder ‚Outburst‘ im Unterricht mit DaZ- Lernern an“, so Mirjam Mann, Organisatorin des Workshops und Mitarbeiterin des KIs. Besonderes Augenmerk habe Frau Piel hierbei besonders auf die Technik des ‚Generativen Schreibens‘ gelegt.

Auf der Basis vorgegebener, unvollständiger poetischer Texte erstellen die Kinder hierbei eigene Texte, sodass neue Texte entstehen. „Auf diese Weise können Kinder mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen nicht nur grammatisch richtige, sondern meist auch fantasievolle und ästhetisch ansprechende Texte produzieren“, so Mann zu den Vorteilen dieser Methode. Der Satz: „Kam der Igel zu der Katze, „Bitte reich mir deine Tatze!“ wird somit mehrmals kreativ umgeschrieben, sodass mit der Zeit eigene Texte und kleine Gedichte entstehen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops äußerten sich am Ende der Veranstaltung durchweg positiv, viele der gezeigten Spiele, Materialien und Methoden möchten die DaZ- Lehrkräfte demnächst unbedingt in ihrem eigenen Unterricht ausprobieren. Auch Mirjam Mann vom Kommunalen Integrationszentrum, die die Fortbildung organisierte, zog ein positives Fazit: „ Die Fortbildung war eine rundum gelungene und gewinnbringende Veranstaltung, die für die Lehrkräfte eine wertvolle Unterstützung für ihre alltägliche Arbeit bieten konnte.“

 

Integrationsförderung in der Arbeitswelt

Anerkennung der beruflichen Qualifikationen von Migranten

Mit Blumen bedankte sich die Vätergruppe bei den Referenten (v. l.): Looqmann Rabee (Vätergruppe), Margit Monika Hahn (Kreis Lippe), Ilka Wächter (Ausländeramt), Günther Kaiser (Vätergruppe), Zeycan Yesilkayaund Jenny Kaczmarczyk (beide Netzwerk Lippe), Hasan Özcan und Jörg Rekemeier (beide Vätergruppe).

Ein Baustein der deutschen Wirtschaft ist die fundierte berufliche Ausbildung der Fachkräfte. Gesellen- oder Meisterbriefe zeigen nicht nur die beruflichen Kenntnisse eines Mitarbeiters, sondern ist auch Voraussetzung, um als Fachkraft zu arbeiten oder einen eigenen Betrieb zu eröffnen. Die Vätergruppe des „Runden Teppichs“ in Horn-Bad Meinberg befasste sich nun mit der Arbeitsmarktsituation und den Möglichkeiten für Migranten eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen. Auch die Anerkennung ausländischer Ausbildungen und Qualifikationen war ein wichtiges Thema des Treffens. Eingeladen wurden dafür verschiedene Experten vom Ausländeramt sowie vom Netzwerk Lippe.

Ilka Wächter, Leiterin des Ausländeramts des Kreises Lippe, informierte über den Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt aus Sicht ihrer Behörde. „Grundsätzlich dürfen Drittstaatenangehörige nur dann eine Beschäftigung ausüben, wenn ihr Aufenthaltstitel sie dazu berechtigt“, so ihre eindeutige Aussage dazu. Im Rahmen einer Ermessensprüfung könne darüber hinaus der jeweilige Einzelfall geprüft werden, so Wächter weiter. „Eine ungeklärte Identität, begangene Straftaten oder geringe deutsche Sprachkenntnisse sprechen unter anderem aber gegen die Erteilung einer Beschäftigungserlaubnis.“

Um dem Arbeitsmarkt gerecht werden zu können, müssten Arbeitsuchende ihre Qualifikationen und Kenntnisse immer weiter ausbauen. Das gelte für jeden Arbeitsuchenden, egal welcher Herkunft, verdeutlichten Zeycan Yesilkayaund Jenny Kaczmarczyk von „IQ“ (Integration durch Qualifizierung) des Netzwerks Lippe. Das Förderprogramm „IQ“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab und wird von Ministerien und Behörden gefördert.

„Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um seinen im Ausland erlernten Beruf in Deutschland anerkennen zu lassen, erfahren Interessierte direkt beim Ausländeramt, der Bundesagentur für Arbeit oder dem Netzwerk Lippe sowie der Vätergruppe in Horn“, erklärt Margit Monika Hahn, die Initiatorin der „Runden Teppiche“ in Lippe. Es sei die Aufgabe des Kommunalen Integrationszentrums und damit der „Runden Teppiche“, die gesellschaftliche Partizipation in Lippe voran zu bringen, dafür bedarf es der engagierten Mitarbeit der Väter und Großväter, so Hahns Überzeugung. „Eine gelungene Sozialisation der Kinder ist ohne die Väter und Großväter nicht möglich“. Diese Gruppe zeige mit ihrer Arbeit, dass die Integration und Sozialisation von den Mitgliedern gewollt werde.

Rassismus – Nicht mit mir!

7. SOR-SMC-Schüler_innen-Wochenende OWL

„Rassismus – nicht mit mir!“ Mit dieser klaren Botschaft im Titel findet vom 8. bis zum 9. Juni 2018 das diesjährige OWL-Schüler*innen-Wochenende der Courageschulen im Haus Neuland in Bielefeld statt. Seit 2012 sind diese Wochenenden ein fester jährlicher Bestandteil der Netzwerkmitglieder von Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage (SOR-SMC) in OWL.

Die siebte Auflage des Wochenendes bietet einen interessanten Mix aus Workshops, einem Filmabend und vielen Gelegenheiten zum Austausch über die jeweiligen Aktivitäten gegen Diskriminierungen und Rassismen aller Art an den Schulen. Mit den Workshops „Liebe kennt keine Grenzen“, „Hate Speech – Meinungsmache im Netz“ und „Ausgrenzung hat viele Gesichter – wir auch! – Gemeinsam und vielfältig gegen Rassismus, Sexismus, Klassismus…!“ sowie dem Film „I am not your negro“ bietet das Programm vielfältige thematische Ansätze für die intensive Diskussion und Ideenentwicklung für die weitere Arbeit an den Courageschulen.

Mehr als 70 Schulen aller Schulformen zwischen Hille im Norden und Bad Wünnenberg im Süden sowie Versmold im Westen und Höxter im Osten engagieren sich im Netzwerk Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage aktiv für die Vielheit in der Region.

Das Wochenende im Haus Neuland bietet eine hervorragende Plattform, um mit viel Freude die zahlreichen Mitglieder des Netzwerks unter einem Dach zu versammeln und gemeinsam Wege zu einer diskriminierungsfreien couragierten Schule zu gestalten. Neben den thematisch kreativen Diskussionen bietet sich ausreichend Zeit und Raum für die Vorstellung der eigenen SOR-SMC- Arbeit und um sich gegenseitig kennen zu lernen und zu vernetzen.

Die DGB Jugend OWL, die Kommunalen Integrationszentren und die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus agieren an diesem Wochenende wieder als eingespieltes Veranstalterteam. Die Schülerinnen und Schüler können sich noch bis zum 20. April per Mail unter schuleohnerassismusowl@gmail.com anmelden. Es stehen Ihnen neben weiteren Informationen auch ein Anmeldeformular und eine Erklärung der Eltern zur Aufsicht als Download bereit.

„Akzent zum gesellschaftlichen Miteinander setzen“

Zusammenarbeit des Archäologischen Freilichtmuseums mit dem Kommunalen Integrationszentrum

Der Geruch des letzten Feuers liegt noch in der Luft, frühmittelalterliche Gerätschaften liegen auf Regalen, derbe Möbelstücke stehen um die Feuerstelle gruppiert und das warme Licht erzeugt ein Wohlgefühl – das Langhaus im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen (AFM) ist der neueste und definitiv der ungewöhnlichste Ort der Treffen des „Runden Teppichs“ im Kreis Lippe.

Margit Monika Hahn (Kreis Lippe) lässt sich von Marcus Coesfeld (Archäologisches Freilichtmuseum) die Hintergründe der Exponate im Veranstaltungsraum des „Runden Teppichs“ erläutern.

Die Projektleiterin des „Runden Teppichs“, Margit Monika Hahn vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI), und der Leiter der Museumspädagogik, Marcus Coesfeld, bereiten die zukünftigen Treffen des „Runden Teppichs“ intensiv vor. Sie sehen für beide Partner vielfältige Vorteile: „Wir öffnen das Museum für Migranten, dort können sie sehen, wie die Deutschen früher lebten und können Parallelen zu der Geschichte im Heimatland finden“, betont Hahn. Beide sind sich einig, dass es ein guter Weg sei, die deutsche Kultur durch die Geschichte zu vermitteln.

„Auch angesichts der aktuellen Situation sind wir der Überzeugung, dass wir als Museum einen Akzent zum gesellschaftlichen Miteinander setzen müssen“, erklärt Coesfeld zu den Beweggründen. Die Zusammenarbeit mit dem KI sei da eine sehr gute Möglichkeit. Darüber hinaus ergebe sich durch den Standort des „Runden Teppichs“ im Museum auch die Möglichkeit, neue Besuchergruppen zu erschließen, wie der Museumspädagoge betont.

Erstmals werden das KI und das AFM während der langen Museumsnacht am 7. April zusammenarbeiten. Unter dem Titel „Wir feiern Vielfalt“ wird ein buntes und abwechslungsreiches Programm geboten. „Wir wollen dabei ein Zeichen gegen die Angst vor dem Fremden setzen und verdeutlichen, dass das, was wir unter ,unserer‘ Kultur verstehen, überhaupt erst durch das Miteinander verschiedener Kulturen entstanden ist“, erläutert Coesfeld seine Überzeugung.

Das Projekt „Runder Teppich“ wird sich dabei im bronzezeitlichen Haus mit vielfältigen Aktionen und Informationsmaterialien vorstellen. „Einen Monat vor der Auftaktveranstaltung können wir die Bürgerinnen und Bürger in Oerlinghausen direkt und persönlich über unsere Arbeit informieren und sie zum Mitwirken einladen“, hebt Hahn die Vorteile des Termins hervor.

Für die Termine des „Runden Teppichs“ werden noch engagierte Gruppenleiterinnen, unabhängig von Alter und Herkunft, und eine Kinderbetreuung gesucht. Diese werden durch das KI separat qualifiziert. Interessierte können sich bei Monika Hahn unter 05231 62 4310 oder unter m.hahn@kreis-lippe.de melden.

Zweites KIN-Ball-Turnier in Detmold

Dynamik und Fairness am Tag gegen Rassismus

Konzentration und Anspannung: Das Komm e. V.-Team aus Barntrup direkt vor dem Abschlag.

Unzählige Sprachen, acht Teams, drei Mannschaften pro Spiel, ein großer Ball und ein Ziel: Den sportlichen Erfolg mit Fairness, Toleranz und gelebter Vielheit zu vereinen. Die Kooperationspartner NRWeltoffen in Lippe, das Kommunale Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) und der Kreissportbund Lippe (KSB) stellten gemeinsam mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Berufskolleg (DBB) nun zum zweiten Mal ein KIN-Ball-Turnier auf die Beine.

Das Turnier war bewusst als Aktion zum internationalen Tag gegen Rassismus geplant worden. „Das war die Leitidee fürs Turnier. Fairplay, unabhängig von Geschlecht, Alter und Herkunft soll bei aller Leistungsbereitschaft und großem Spieleinsatz gelebt werden“, betont Sascha Schmittutz von NRWeltoffen. Und das funktionierte auch: „Gerade in den gemischten Gruppen wurden Klischees durchbrochen“, so seine Feststellung.

Zu Beginn des Turniers überbrachte die Leiterin des Fachdienstes Soziales und Integration, Sabine Beine, die Grüße des Landrats. Sie dankte den Organisatoren und betonte, dass Sport eine Sprache sei, die jeder verstehe und er sei daher ein gutes Mittel zur interkulturellen Begegnung und zum gegenseitigen Kennenlernen. Der Präsident des KSB, Wilfried Starke, hob auf die Fairness im Sport ab und verdeutlichte, dass beim Kin-Ball durch gegenseitige Rücksichtnahme alle gemeinsam zum Erfolg der Mannschaft beitrügen.

Gelebte Toleranz und Vielfalt am Tag gegen Rassismus, die Teilnehmer des KIN-Ball-Turniers.

Bei dem Turnier in der Sporthalle des DBB zeigte sich in sportlicher Hinsicht eine deutliche Leistungssteigerung. „Es war ein sehr dynamisches Turnier und man sah, dass die Teams sich vorbereitet haben und die Mannschaften, die das zweite Mal dabei waren, auf ihre bereits gesammelte Erfahrung zurückgreifen konnten“, erklärt Thomas Frank vom KI. So habe es im Vorfeld die Möglichkeit gegeben, die Bälle auszuleihen und sich mit den Regeln auseinanderzusetzen.

Den ersten Platz des Turniers gewann die Mannschaft des Felix-Fechenbach-Berufskollegs aus Detmold. Überreicht wurde ihnen ein Globuspokal, der die Weltoffenheit des Turniers symbolisierte. Der Fairnesspokal ging an das Team Pi aus Oerlinghausen.

 

 

FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch

Für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ist das Beherrschen der deutschen Sprache eine unerlässliche Voraussetzung für einen aussichtsvollen Bildungsweg. Zugleich ist diese Fähigkeit auch im außerschulischen Alltag der Schlüssel für eine gelingende Integration. Ob im Umgang mit Nachbarn, Behörden, beim Einkauf oder bei Vertragsunterzeichnungen – Deutschkenntnisse sind unerlässlich. Die Unterrichtszeiten reichen oftmals nicht aus, um in der gebotenen Geschwindigkeit die notwendigen Sprachkenntnisse zu erlangen. Um diesen Kindern und Jugendlichen eine kontinuierliche Deutschförderung zu ermöglichen, hat das Schulministerium erstmalig das ′FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch′entwickelt. Mit diesem Angebot haben neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler ab diesem Jahr die Möglichkeit erhalten, auch in den Ferien ihre Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen und sie zudem im Alltag anzuwenden. Die wichtigsten Informationen zum FerienIntensivTraining – FIT in Deutsch finden Sie hier. Die Förderrichtlinien des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen sind für Angebotsanbieter ebenfalls auf der Seite zu finden.

 

„Runder Teppich“ zeigt Wege der beruflichen Entwicklung auf

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten in Deutschland

(vorne, v. l.) Gruppenleiterinnen Alina Soica, Funda Aksu, Ibtissan Ambros, Projektleiterin Margit Monika Hahn, Sammar Chunnar, (hinten, v. l.) Samira Block, Antje Schäffer, Looqmann Rabee, Jenny Velez, Carmen Schäffer.

Was unterscheidet eine Fort- von einer Weiterbildung? Wo kann die Anerkennung eines ausländischen Schul- oder Berufsabschlusses beantragt werden? Wer entscheidet über eine Umschulung? Was beinhaltet der Meistererlass und was ist eine Fachhochschule? Das deutsche Schulsystem und der Arbeitsmarkt bieten vielfältige Möglichkeiten, die es gerade auch für Migranten zu erschließen gilt. Der „Runde Teppich“ nimmt sich besonders dieser Thematik an, um den Familien wichtige Orientierungshilfen in diesem Dschungel der Möglichkeiten anzubieten.

„Für uns ist es wichtig, dass die Teilnehmer des ,Runden Teppichs‘ sich ihrer Möglichkeiten bewusst sind und ihre Ressourcen für ihre persönliche Entwicklung nutzen können“, erklärt Margit Monika Hahn, Projektleiterin im Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Lippe. Vorgestellt werden unter anderem mögliche Ansprechpartner wie etwa die Handwerkskammer, die IHK oder das Netzwerk Lippe sowie die Beratungsangebote des Jobcenters und der Agentur für Arbeit. „Wir wollen nicht nur Wissen darüber vermitteln, was es alles für Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung in Deutschland gibt, sondern auch, welcher Ansprechpartner für welches Vorhaben geeignet ist“, betont Hahn. Während der Treffen des „Runden Teppichs“ bietet das KI zudem eine Kinderbetreuung an, so dass auch Eltern mit Kindern die Informations- und Austauschmöglichkeiten nutzen können. Weitere Informationen zum „Runden Teppich“ sind auf der Homepage des KI unter www.ki-lippe.de zu finden.