Lehrkräfte Plus – Perspektiven für geflüchtete Lehrkräfte

Im Sommer 2019 wird an der Universität Bielefeld der dritte Durchlauf des Qualifizierungsprogramms „Lehrkräfte Plus – Perspektiven für geflüchtete Lehrkräfte“ beginnen. Die Initiative richtet sich an geflüchtete Personen, die in ihrem Heimatland bereits als Lehrkraft tätig waren und in Deutschland im schulischen Kontext weiterarbeiten wollen. Interessierte können sich ab dem 15. Januar 2019 bis zum 28. Februar 2019 bewerben, um im September 2019 mit dem einjährigen Programm beginnen zu können.

Den Flyer zu dem Programm finden Sie hier. Weitere Informationen zu dem Programm erhalten Sie außerdem auf der Webseite www.bised.uni-bielefeld.de/LKplus.

Die Initiative ist in Kooperation mit dem Ministerium für Schule und Bildung NRW entstanden, sie wird von der Bertelsmann Stiftung gefördert und von der Landeskoordinierungsstelle der Kommunalen Integrationszentren in NRW unterstützt.

Weihnachtsfeier der Elternbegleiterinnen in der Papiermühle

Lagerfeuerromantik zum Jahresabschluss

Die Programmkoordinatorinnen Linda Heidenreich, Jessica Keitel und Anne Grit Bangura teilen die Geschenke aus.

Berlebeck. [fok] Knackende Holzscheite im Lagerfeuer, lecker schmeckendes Essen, weihnachtliche Musik und spielende Kinder. Die Koordinatorinnen der Programme Griffbereit, Rucksack KiTa und Rucksack Schule luden zur Weihnachtsfeier in die Papiermühle in Berlebeck ein. Rund 30 Elternbegleiterinnen kamen, teilweise mit ihren Kindern, der Einladung nach.

Beim gemütlichen Feuer stellte sich in dem rustikalen Ambiente der Papiermühle schnell eine fröhliche weihnachtliche Stimmung ein. „Neben dem leckeren Essen vom Haus der Kirche Herberhausen war die kleine Bescherung ein weiteres Highlight des Abends“, erklärte Linda Heidenreich, Leiterin des Programms ‚Rucksack Schule‘. Mit dem kleinen Dankeschön, einer Aufmerksamkeit wolle sich das Team des KI für das große Engagement der Elternbegleiterinnen bedanken.

Selbst das Aufräumen in kleiner Runde wurde zum Ende hin mit viel Spaß erledigt.

Im Verlauf des Abends haben sowohl die Koordinatorinnen als auch die Eltern und Kinder gemeinsam Weihnachts- und Winterdekoration gebastelt, so die Leiterin des Programms ‚Griffbereit‘, Jessica Keitel, „die dabei gezeigte Kreativität war wirklich toll.“

„Die Elternbegleiterinnen nutzten diesen Jahresabschluss auch, um sich über ihre Erfahrungen und Ideen auszutauschen, um ihr Netzwerk zu erweitern“, wie Anne Grit Bangura, Leiterin des Programms ‚Rucksack Kita‘ erläuterte. Spannendes, lustiges aber auch forderndes aus den vergangenen Monaten wurde erzählt. Dabei sei dann deutlich geworden, dass es viele unterschiedliche Einrichtungen und Gruppen gibt und die Elternbegleiterinnen eine wichtige Rolle als Bindeglied zwischen Familien und Institutionen einnehmen würden.

 

Vielfalt und Freude am Sport

Thorben Dühnen ist der erste FSJler beim TV Horn-Bad Meinberg

Mit Spaß dabei – Thorben Dühnen als FSJler im Bereich „Integration durch Sport“.

Drei Einsatzstellen, drei Anforderungsprofile, unterschiedliche Berufsbilder, vielfältigste Gruppen, Betätigungen und Ziele – die Stelle im ‚freiwilligen sozialen Jahr‘ (FSJ) beim TV Horn-Bad Meinberg fordert und bietet viel.

‚Integration durch Sport‘ ist die inhaltliche Klammer seines Einsatzes beim TV, dem Kommunalen Integrationszentrum (KI) des Kreises Lippe und dem Haus der Jugend ‚Alte Post‘ der evangelischen Jugend Horn-Bad Meinberg. Seit September treibt der 21-jährige leidenschaftliche Handballer Thorben Dühnen als FSJler die Integration in Horn-Bad Meinberg mit voran.

„Jeden Tag kommen neue Herausforderungen auf mich zu, denen ich mich eigenständig stellen kann“, verdeutlicht Dühnen seine Erfahrungen bei der Arbeit. Er könne aktiv mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, habe die Möglichkeit denen auch den Spaß am Sport weitervermitteln und bekomme im KI Einblicke in die Arbeitsabläufe, die bei anderen FSJ-Stellen im Sport so nicht möglich seien. „Die Mischung aus Büroarbeit und Sport macht es.“

So unterstütze er das Team der Alten Post beispielsweise bei der offenen Tür, plane und organisiere Veranstaltungen beim KI und leite Trainings beim TV, wie Dühnen erläuterte. Für die Sportangebote, die er leitet, benötigt er den Übungsleiterschein, der ein Teil des FSJs im Sport ist. „Das, was in der Schulung zum Übungsleiter C vermittelt wurde, hat mich wirklich weitergebracht“, so die eindeutige Einschätzung Dühnens.

Seine Bilanz zur ersten Hälfte seines freiwilligen sozialen Jahrs beim TV Horn-Bad Meinberg fällt rundherum positiv aus. Mal abgesehen vom Spaßfaktor freue er sich über die Weiterentwicklung der Kinder und Jugendlichen, die er bei seiner Arbeit begleite. „Auch wenn die Trainingseinheiten sehr anstrengend sind und späte Arbeitszeiten mit sich bringen, das erfüllt einen wirklich“, so Dühnen. Auch die Dreiteilung der Einsatzstellen sei für ein FSJ wirklich reizvoll, bedeute dies doch eine enorme Vielfalt der Aufgaben und interessante Einblicke in unterschiedliche Arbeitsgebiete.

Persönlich habe ihn die Arbeit auch weitergebracht, neben dem planenden, strukturierten Vorgehen sei das inzwischen deutlich selbstsichere Auftreten vor unterschiedlichen Gruppen ein Ergebnis seines Einsatzes als FSJler. „Ich kann diese FSJ-Stelle nur empfehlen“, so sein Fazit.

Die dritte NiL ist da!

Hier schon heute für Sie – die dritte Ausgabe!

Am Samstag wird die dritte Ausgabe der NiL erscheinen, der Migrantenzeitung in Lippe, von Migrant_innen für –  für alle in Lippe Wohnenden!

Der Jahreswechsel ist das bestimmende Thema dieser Ausgabe. Neujahr in Afghanistan, Weihnachten in Syrien, verschiedenste Bräuche zum Sylvester in verschiedenen Ländern und der Ausblick auf das kommende Jahr, Informationen und Erheiterndes sind hier zu dem Thema vereint.

Für diese Ausgabe konnten wir mit Wilfried Schmickler und Simone Solga wieder zwei hochkarätige Kabarettisten dazu gewinnen, sich an unserer Zeitung mit jeweils einem Beitrag zu beteiligen. Die Redaktion dankt für diese Unterstützung! Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Integration und Inklusion. Eindeutig und verständlich setzt sich unsere Zeitung auch mit diesem Thema auseinander.

Das Team der ‚Neu in Lippe‘ wünscht Ihnen eine fröhliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr und hofft Sie auch im kommenden Jahr als Leser_innen unserer NiL wieder begrüßen zu können. Nun genug der Ankündigungen – die aktuelle Ausgabe finden sie hier.

 

„Nach 40 Jahren kann ich endlich Fahrradfahren lernen“

Fahrradgrundlagen-Kurs für Frauen mit Migrationshintergrund

Mit viel Freude trainieren die Teilnehmerinnen für ihre neue mobile Freiheit.

Detmold. [fok] Pylonen stehen in Reih und Glied auf dem Hof des Hauses der Kirche in Herberhausen. Frauen sitzen auf Fahrrädern, mit und ohne Pedalen und fahren mit konzentriertem Blick und steigender Sicherheit langsam durch die Pylonengasse. Am Ende: Ein strahlender Blick – geschafft.

Acht Frauen mit Migrationshintergrund, im Alter von etwa 25 bis 45 Jahren nahmen am Fahrradgrundlagen-Kurs teil, den das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Lippe initiiert hatte. „Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern ADFC Kreis Lippe e. V., Stadt Detmold (Kontaktstelle für Ausländerinnen und Ausländer) und dem Haus der Kirche Herberhausen konnten wir unser Vorhaben optimal umsetzen, so Thomas Frank vom KI.

Sieben Teilnehmerinnen hatten keinerlei Vorerfahrung, entsprechend lernten sie das Fahrradfahren von Grund auf. Sie rollten mit abgeschraubten Fahrradpedalen und entwickelten das Gefühl für den Bremsweg und die Bremsreaktion. Danach fuhren sie streckenweise ein zwei Meter mit angehobenen Füßen, um das Gleichgewicht und die Balance zu erlernen und so entwickelten sie sich Schritt für Schritt und wurden zunehmend sicherer.

„Auch wenn der Weg zum Fahrradfahren langwieriger und schwieriger war, als von uns Veranstaltern gedacht, waren die Teilnehmerinnen hochmotiviert und ließen sich weder von Wind, Regen noch von der Kälte vom Kurs abbringen“, wie Frank ausführte. Das spiegelt sich auch in den Äußerungen der Teilnehmerinnen wider. So führte eine Teilnehmerin aus, dass sie probiere, immer zum Kurs zu kommen und alles andere so zu legen, dass sie dabei sein könne. Die Bedeutung der neuen Mobilität wird in einem anderen Kommentar deutlich: „Vielen Dank, dass ihr das für uns macht. Nach 40 Jahren kann ich endlich Fahrradfahren lernen.“

„Dieser Kurs ist für uns alle ein Pilotprojekt gewesen und wir haben viel draus gelernt. Im kommenden Jahr soll der Kurs mindestens einmal wiederholt werden. So wird es im März 2019 einen erneuten Fahrradrundlagenkurs geben, in dem die Erfahrungen aus diesem Kurs einfließen werden“, so Frank mit Blick auf das Frühjahr. Während der fünf Wochen werde es jeweils zwei Termine geben, Interessierte können sich unter t.frank@kreis-lippe.de oder unter 05231 62 2800 informieren.

„Eltern sind Medienvorbilder“

Medienerziehung als Weiterbildungsangebot für Elternbegleiterinnen

Panagiota Balagka (Mitte vorn) inmitten der nun kompetenten Teilnehmerinnen im Bereich ‚Medienerziehung‘.

Detmold. [fok] Das Mobiltelefon beim gemeinsamen Abendessen, Youtube stundenlang auf dem Laptop, Spielekonsolennutzung selbst bei strahlenstem Sonnenschein – das mediale Nutzungsverhalten der Kinder, und oftmals auch der Eltern, sorgen für reichlich Konfliktpotential in den Familien.

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Kreises Lippe lud die Elternbeleiterinnen der Programme Rucksack Schule, Rucksack Kita und Griffbereit sowie die pädagogischen Fachkräfte der Kooperationseinrichtungen zu einer Fortbildung zu dem Thema Medienerziehung ein. Als Referentin konnte die Medienexpertin Panagiota Balagka aus Ratingen gewonnen werden. „Da sie selbst Koordinatorin des Programms Rucksack Kita im Kreis Mettmann ist“, so Anne Grit Bangura, eine der Koordinatorinnen im KI vor Ort, konnte sie die Informationen auf die Bedürfnisse unserer Elternbegleiterinnen optimal zuschneiden.“

Die Medienexpertin machte deutlich, dass es der falsche Weg sei, die neuen Medien generell zu verteufeln. Es müsse einen differenzierten Umgang damit geben, der die positiven Möglichkeiten eben auch nutze. Dazu gehöre auch ein ehrlicher Umgang mit der eigenen Medienbiographie, so Balagka. „Die Eltern sind Medienvorbilder.“

Bereits im frühkindlichen Bereich sei es wichtig, so Balagka, klare Grenzen in der Mediennutzung zu setzen und die Kinder beim Umgang mit neuen Medien zu begleiten. „Kinder müssen den Umgang mit Medien genauso lernen wie lesen und schreiben“, wie die Referentin nachdrücklich hervorhob.

Die Referentin zeigte im Laufe des Tages viele Ideen auf, wie die Eltern gemeinsam mit ihren Kindern kreativ die Möglichkeiten der neuen Medien entdecken können. „Die Teilnehmerinnen können sich jetzt gut vorbereitet diesem wichtigen Thema der Medienerziehung in ihren Veranstaltungen widmen“, so Bangura abschließend.

Am Elkenbreder Weg hat Rassismus keine Chance

Grundschule setzt sich für die Verständigung der Kulturen ein

Freude über den Titel: (v. links) Brian Behrendt (Arminia Bielefeld), Stefanie Lösing (Schulleiterin), Kristin Breder (Konrektorin), Dr. Frank Oliver Klute (Kreiskoordinator), Bianca Frigge (Schulsekretariat), Beate Hoffmann-Hildebrand (stellvertretende Bürgermeisterin), Katja Mönnigmann-Steinbeck und Gudrun Wandke (beide Stadt Bad Salzuflen). (Foto: Shahryar Honarbakhsh)

Die Grundschule Elkenbreder Weg in Bad Salzuflen ist jetzt offiziell „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Damit gehört sie in Lippe zu den ersten Einrichtungen in der Primarstufe mit diesem Titel, wie die Schule mitteilte.

„Wir legen den Grundstein für die Zukunft unserer Kinder. Aus diesem Grund ist es unsere Pflicht, das Thema bereits im Grundschulalter anzugehen“, betonte Konrektorin Kristin Breder während der Feier zur Urkundenübergabe vor vollem Haus. Unterstützung erhielt die Grundschule Elkenbreder Weg von ihrem Paten, dem Arminia-Spieler Brian Behrendt. Der Zweitligaprofi erklärte den Schülern sowie den weiteren Gästen, dass alleine kein Spiel zu gewinnen sei: „Man muss als Mannschaft zusammenstehen, um Ziele zu erreichen.“

Alle Kinder der Schule sangen ein Lied für die Gäste, und die Klasse 2b begeisterte mit einem Tanz. Anschließend überreichte Dr. Frank Oliver Klute, Kreiskoordinator des Projektes, die Urkunde und betonte, dass es jetzt die Aufgabe aller sei, die Thematik der Antidiskriminierung in das Schulleben zu integrieren und voranzutreiben. Für 2019 ist das nächste große Projekt zum Thema aktive Vielfalt und Miteinander der verschiedenen Kulturen an der Grundschule Elkenbreder Weg geplant. Dieses Jahr wurde der Weihnachtsbaum in der Schule passend zum Thema „Wir sind Kinder einer Welt“ geschmückt.

 

 

 

Arbeitskreis „Integration in Schule“

Die für den Mittwoch, 5. Dezember 2018 angesetzte Sitzung des Arbeitskreises „Integration in Schule“ wird krankheitsbedingt ausfallen!

Allen Beteiligten wünscht das KI ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das Jahr 2019.

OWL-Treffen der Courage-Schulen mit steigendem Interesse

‚Klassismus‘ und ‚Antiziganismus‘ weitere Themen

Gespannt folgen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Ausführungen Rico Grimms zum Klassismus.

Bielefeld/Lippe. [fok] „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“ Mit diesem Zitat des US-amerikanischen Großinvestors Warren Buffett stieg der Referent Rico Grimm in seine Ausführungen zum ‚Klassismus‘ beim Regionaltreffen der Schulen ohne Rassismus, Schulen mit Courage in OWL ein, in denen er den in diesem Jahr schon knapp 120 Anwesenden verdeutlichte, dass „Einkommen und Bildung in Deutschland immer stärker vererbt werden.“

In ihrer Begrüßung betonte Nilgün Isfendiyar, Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums der Stadt Bielefeld, die Ziele des alljährlichen Regionaltreffens der Courage-Schulen hin „Wir möchten uns mit unterschiedlichen Formen der Diskriminierung beschäftigen, Faktenwissen vermitteln, uns austauschen, Anregungen geben und neue Ideen sammeln.“ Neu sei das Thema ‚Klassismus‘, die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft, bei den Couragschulen, so Isfendiyar, zur Einführung des Themas konnte Rico Grimm, Journalist und Chefredakteur des Online-Magazins Krautreporter gewonnen werden.

Isfendiyar wies zudem eindrücklich darauf hin, dass das kommende Jahr zum Jahr der Demokratie erklärt worden sei und die Schulen bei Aktionsideen dazu umfangreiche Unterstützung durch die Regional- und Landeskoordinationen bekommen könnten.

Die Workshops ‚Hate Speech im Netz‘, ‚Liebe kennt keine Grenzen‘, ‚Vernetzen, aber wie?‘, ‚Ausgrenzung hat viele Gesichter – wir auch‘ und ‚Gekonnt gegen Antiziganismus handeln‘ des KI Lippe ergänzten das Thema ‚Klassismus‘ des Vortrags.

Wie weit die Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft geht, legte Grimm anhand verschiedener Themenstränge dar. So sei die Erhöhung des Mehrwertsteuersatzes bei gleichzeitiger Senkung des Spitzensteuersatzes eine massive Umverteilung von unten nach oben gewesen. „Es sind die Armen, die die Zeche zahlen“, so Grimm. Wie leicht man durch eine Trennung und Verlust der Arbeitsstelle in die Obdachlosigkeit gelangen kann, stellte der Journalist ebenso eindrücklich dar wie das Dilemma, in dem die Betroffenen sich dann befinden. „Ohne Wohnung keine Arbeit und ohne Arbeit keine Wohnung“, fasste Grimm zusammen.

Doch dann gehe es mit der Diskriminierung weiter. Wohnungslose sollen nicht präsent sein. Der Innenstadtbereich werde für diese Bevölkerungsgruppe immer lebensfeindlicher gestaltet, bis hin zu einer „defensiven Architektur“, die beispielsweise verhindere, dass Ruhebänke in Innenstädten als Liegefläche von Obdachlosen genutzt werden könnten, wie Grimm ausführte. Eine hohe soziale Mobilität wie in den 70er Jahren sei für Deutschland fundamental wichtig, damit der Bevölkerung vermittelt werden könne, dass man es mit harter Arbeit auch wirklich zu etwas bringen könne, so sein Fazit.

Dass das Konzept mit den diesmal fünf Workshops, dem Vortrag und den Austauschmöglichkeiten honoriert wird, verdeutlichen die Kommentare auf den Feedbackkarten. So freute sich das Team, dass die Ansprache der Lehrerinnen und Lehrer ebenso geschätzt wurde wie die der Schülerinnen und Schüler. Der Input durch die Workshops und den Vortrag wurde gelobt, nur an der Zeit für die wichtige Vernetzung habe es ein wenig gehapert.

 

Flucht ins Autoritäre

Studie der Universität Leipzig setzt sich mit rechtsextremen Dynamiken in der Mitte der Gesellschaft auseinander

Erschreckende Zahlen finden sich in der kürzlich herausgegebenen Studie der Universität Leipzig wieder. So stimmten beispielsweise insgesamt 36 Prozent der Deutschen der Aussage zu, dass Ausländer nur hierherkommen, um den Sozialstaat auszunutzen, im Osten war es sogar knapp die Hälfte. Mehr als ein Viertel würden Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken, wenn in Deutschland die Arbeitsplätze knapp werden, im Osten waren das 32 Prozent, im Westen 25 Prozent. Über ein Drittel der Bevölkerung hält die Bundesrepublik durch Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet, auch hier differieren die Werte der Zustimmung, im Osten meinen dies 44,6 Prozent, im Westen 33,3 Prozent. Ähnlich ernüchternd sind die Zahlen unter den Deutschen bei der Zustimmung zur Demokratie. Rund 40 Prozent der Bevölkerung zeigen autoritäre Merkmale und nur 30 Prozent sind ausdrücklich demokratisch orientiert, wie in der Studie zu lesen ist. „Flucht ins Autoritäre“ bietet Erklärungsansätze und zeigt den aktuellen Stand der Zivilgesellschaft. Den Volltext zu der Studie finden Sie hier.