START-Stipendien für talentierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte

Die START-Stiftung vergibt Stipendien an talentierte Jugendliche mit Migrationsgeschichte, die Interesse an ihrer persönlichen und schulischen Weiterentwicklung haben.

Das Stipendium legt den Fokus auf die Förderung ihrer Bildungsbiographie und Potenziale. Es dauert drei Jahre und umfasst eine ideelle und materielle Förderung.

Bewerben können sich alle Schüler*innen, die
– entweder selbst oder deren Mutter oder Vater nach Deutschland zugewandert sind
– mit Aufnahme des Stipendiums zum 1.8.2018 in der 9. oder 10. Klasse sind, unabhängig von der aktuellen Schulform und dem
angestrebten Schulabschluss
– mindestens noch drei Jahre eine allgemein- oder berufsbildende Schule besuchen
– hohe soziale Kompetenzen aufweisen, sich engagieren und aktiv in die Gesellschaft einbringen wollen
– über gute Deutschkenntnisse (ab GER B1) verfügen
– bereit sind, Zeit zu investieren.

Sie können uns dabei helfen, dass möglichst viele junge Menschen von dieser Chance erfahren! Bitte machen Sie Schüler*innen auf unsere Ausschreibung aufmerksam und unterstützen Sie sie bei ihrer Bewerbung. Der Bewerbungszeitraum ist vom 1. Februar bis zum 15. März 2018. Die Bewerbung erfolgt online unter www.start-bewerbung.de.

In NRW sind neben der START-Stiftung auch das Schulministerium und das Integrationsministerium Träger des Stipendienprogramms. Die wichtigsten Informationen zum Stipendium und zu unserem Bewerbungsverfahren finden Sie im beigefügten Start_Flyer sowie auf www.start-stiftung.de.

 

Stellenangebot FSJ

Der TV Horn-Bad Meinberg 1860/1907 e. V. bietet, gemeinsam mit der Evangelischen Jugend Horn-Bad Meinberg, Haus der Jugend ′Alte Post′, und dem ′Kommunalen Integrationszentrum′ eine Stelle für ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ). Die Stelle ist so angelegt, dass in allen drei Organisationen gearbeitet wird, der Schwerpunkt der Tätigkeiten liegt im Bereich der Integration. Durch diese Konstellation bietet sich ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld im Bereich der Integration durch Sport und in der sozialen Arbeit. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Ausschreibungstext FSJ .

Kinderbetreuerinnen für das Rucksack-Programm gesucht!

Sie betreuen gerne Kinder und haben vormittags Zeit?

Dann werden Sie aktiv im Rucksack-Programm des KI Lippe.

In Lage, Augustdorf und Detmold werden Frauen gesucht, die während der Rucksack-Gruppensitzung auf die Kinder der Teilnehmerinnen aufpassen.

Für die Tätigkeit werden keine besonderen Qualifikationen vorausgesetzt.

Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich bei:

Anne Grit Bangura

05231/ 62-2801

a.bangura@kreis-lippe.de

 

Elternveranstaltung „Wege nach der Schule in Deutschland“

Am Mittwoch, den 17. Januar 2018 ab 17:30 Uhr findet im Begegnungszentrum der Stadt Detmold, Paulinenstraße 65, 32756 Detmold eine Elternveranstaltung statt. Diese richtet sich an Eltern von Schülerinnen und Schülern, die über wenig Deutschkenntnisse verfügen und aus dem arabischen Sprachraum stammen.Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold und ein Vertreter einer berufsbildenden Schule in Detmold informieren Sie über Perspektiven und Möglichkeiten nach der Schule in Deutschland für Ihr Kind. Die Stadt Detmold stellt dafür ihre Räume im Begegnungszentrum in der Paulinenstraße zur Verfügung.

Übersetzer bieten Ihnen die Möglichkeit in den Sprachen Arabisch, Dari, Kurdisch und Paschtu in kleinen Gruppen ins Gespräch zu kommen und Ihre Fragen zu beantworten.

Dieses Programm erwartet Sie:

  • Informationen zum Schulsystem in Deutschland
  • Das duale Ausbildungssystem in Deutschland – Welche Möglichkeiten bietet dies?
  • Studienmöglichkeiten und Voraussetzungen

Bitte melden Sie sich bis Mittwoch, 10. Januar 2018 an, die Platzzahl ist begrenzt.

Anmeldung telefonisch (05261/2889568) oder per Mail auf: www.lippe-schub.de

Einladung mit Arabisch, Einladung mit Dari

Fachtag des Kommunalen Integrationszentrums bietet Teilnehmern viele neue Impulse

Mehrsprachigkeit im Fokus

Mehrsprachigkeit von Kindern, darüber sind sich die Bildungsexperten einig, bedeutet Chance und Herausforderung gleichermaßen. Doch wie lässt sich die Tatsache, schon im Kindesalter nicht nur eine, sondern zwei oder noch mehr Sprachen sprechen zu können, für den weiteren Bildungsweg möglichst gewinnbringen einsetzen? Knapp 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben jetzt im Rahmen der vom Kommunalen Integrationszentrum Lippe (KI) organisierten Fachtagung „Mehrsprachigkeit als Bildungsressource – Ansätze, Impulse und Methoden“ im Kreishaus über diese und weitere Fragen diskutiert. In einem Impulsvortrag sowie in vier Workshops widmeten sich die Erzieherinnen und Fachleute aus den KiTas, Lehrkräfte, sozialpädagogische und schulpsychologische Fachkräfte der Schulen sowie die Lehrkräfte aus dem Erwachsenenbereich intensiv dem Thema.

Informierten über die Vorteile der Mehrsprachigkeit (von links): Mirjam Mann, Jörg Düning-Gast, Dr. Galina Putjata, Anke Freytag und Birgit Essling.

Jörg Düning-Gast betonte als Mitglied des Verwaltungsvorstandes, dass Vielfalt und Mehrsprachigkeit gelebte Selbstverständlichkeit im Kreis Lippe seien. Besonders freue ihn hierbei die Haltung der Kinder und Jugendlichen, für die Vielfalt etwas völlig Normales sei. Die Bedeutung der Mehrsprachigkeit unterstrich Düning-Gast durch den Hinweis, dass die beiden Programme des KI, „Rucksack KiTa“ und „Rucksack Schule“ in das Zukunftskonzept des Kreises Lippe aufgenommen worden seien. „Mit diesen beiden Programmen kann die Mehrsprachigkeit bei Kindern und Eltern in den nächsten Jahren wirkungsvoll gestärkt werden“, betonte Düning-Gast.

„Mehrsprachigkeit sollte in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen eine Ressource darstellen, die wertgeschätzt und beachtet wird“, stellte Anke Freytag, Vertreterin der Schulaufsicht heraus. Die gelebte und geförderte Mehrsprachigkeit sei eine wichtige Voraussetzung für den interkulturellen Dialog, die kulturelle Vielfalt und den Bildungserfolg.

Mit Ihrem Fachvortrag zeigte Dr. Galina Putjata von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster auf, dass die Schülerinnen und Schüler, die viele Sprachen sprechen und permanent zwischen verschiedenen Sprachen wechseln müssen, auch im kognitiven Bereich im Vorteil seien. Dies liege unter anderem an der verbesserten Gedächtnisleistung, wie die Referentin weiter ausführte. Sie begann Ihren Vortrag auf Russisch und stellte eine Mathematikaufgabe auf Englisch, bevor sie ihren Vortrag schließlich in deutscher Sprache fortsetzte und sensibilisierte so von Beginn an für das Thema Mehrsprachigkeit. Die Relevanz der „Alltagsintegrierten Sprachbildung“ in der KiTa war ihr ein weiteres Anliegen. Methoden zur Förderung der Mehrsprachigkeit in KiTas seien das Vorlesen (lassen) von mehrsprachigen Märchen, Begrüßungszeremonien in mehreren Sprachen sowie mehrsprachige Veranstaltungen für Eltern, so die Referentin.

Auch in den Folgejahren, in der Schule, sollten Kinder und Jugendliche ermutigt werden, ihre Familiensprache zu sprechen. „Dies gibt ihnen nicht nur emotionalen Halt, Kenntnisse und regelmäßiges Sprechen in der Familiensprache wirken sich auch erwiesenermaßen auf das Erlernen der deutschen Sprache aus“, wie Dr. Putjata betonte. Zudem plädierte sie für eine sensiblere Begrifflichkeit, es gehe nicht um „monolingual“, „bilinigual“ oder „mulitlingual“, viel passender sei der Begriff „happylingual“.

„Mehrsprachigkeit ist ein wichtiges Bildungsziel, doch erfordert es einen großen politischen Ideenreichtum, damit die vielen Sprachen Europas lebendig bleiben können“, so Birgit Essling, Leiterin des Europe Direct Informationszentrum des Kreises Lippe. Wenn diese Sprachen nur noch in der Freizeit gesprochen würden und im offiziellen Sprachgebrauch ausschließlich englisch gesprochen würde, wäre das ein Kulturverlust, der in krassem Widerspruch zu den Werten der Europäischen Union stehe, betonte Essling.

 

Integrationsstaatssekretärin Serap Güler zu Besuch im Kommunalen Integrationszentrum Lippe

Direkter Austausch an der Basis

Um sich direkt vor Ort über den Ist-Zustand sowie die künftigen Pläne der Integrationsarbeit im Kreis Lippe auszutauschen, war die nordrhein-westfälische Integrationsstaatssekretärin Serap Güler jetzt im Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) in Detmold zu Gast. „Mir ist es wichtig, die Integrationsarbeit in den Kreisen und kreisfreien Städten vor Ort persönlich kennenzulernen. Die Bedarfe sind in den Regionen sehr verschieden. Das müssen wir stärker berücksichtigen“, so Güler zum Anlass ihres Besuches. „Für die bessere Vernetzung der Integrationsarbeit vor Ort sind die Kommunalen Integrationszentren mittlerweile unverzichtbar“, stellte die Staatssekretärin zudem heraus. Die Landesregierung werde der kommunalen Integrationsarbeit neue Struktur verleihen und habe vereinbart, die Voraussetzung für eine auskömmliche Finanzierung der Einrichtungen aus Landesmitteln bis zum Ende der Legislaturperiode 2022 zu sichern. Dass das Geld gut angelegt sei, zeige das KI Lippe, das trotz der bisher nur kurzen Arbeitsphase von knapp fünf Jahren sehr breit und vielfältig aufgestellt sei.

Haben in Detmold gemeinsam über Integration gesprochen (von links): Alexandra Steeger, Leiterin des KI, Serap Güler und Landrat Dr. Axel Lehmann.

„Das KI mit seinen niedrigschwelligen Angeboten, wie dem `Runden Teppich´ und seinen breiten Möglichkeiten an Fortbildungen und Vorträgen, trägt dazu bei, dass geflüchtete Menschen so schnell und so gut wie möglich hier im lippischen Alltag ankommen und leistet somit einen wichtigen Beitrag, damit Integration gelingt. Ich freue mich, dass Frau Güler sich einen eigenen Eindruck von der Arbeit hier vor Ort verschafft“, so Landrat Dr. Axel Lehmann. Durch die Flüchtlingswelle seien die Anforderungen bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den letzten drei Jahren stark gestiegen und damit auch die Aufgaben des KI in Lippe.

Karl Eitel John, zuständiger Vorstand der Kreisverwaltung, wies eindrücklich darauf hin, dass die Arbeit eines Kommunalen Integrationszentrums mit der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen nicht beendet sei. „Damit sind die Menschen noch nicht in die Gesellschaft integriert.“ Zudem müsse sich das KI auch um die Integration der anderen, teilweise schon länger in Lippe wohnenden Migrantengruppen wie etwa Zuwanderer aus Südeuropa oder die den Ruhestand erreichende Gruppe der ehemaligen Gastarbeiter kümmern.

Aus der anschließenden angeregten Diskussion nahm Güler einige Hinweise aus der Praxis ins Ministerium mit. Von der Reduzierung der behördlichen Anlaufstellen bei der Genehmigung einer Ausbildungsduldung über zusätzlichen Deutschunterricht beim Übergang in den Regelschulbereich bis zur gewünschten längeren Planungssicherheit bei der Mittelzuweisung wurden einige Möglichkeiten der Optimierung zwischen der Politik und den Aktiven in der Integrationsarbeit vor Ort ausgelotet.

 

Starkes Zeichen gegen Diskriminierung

Kommunales Integrationszentrum ist Regionalkoordination für Projekt „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“

Mit knapp einhundert Teilnehmern bot das OWL-weite Treffen der „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“ im Bielefelder Rathaus ein eindrucksvolles Bild des Engagements gegen die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihres Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der Hautfarbe und Herkunft, der Behinderung, der Schulart oder der Nationalität. Als offizielle Regionalkoordination des Projektes für Lippe, fungiert ab sofort offiziell das Kommunale Integrationszentrum des Kreises (KI). Die Benennung erfolgte im Rahmen des OWL-Treffens im Bielefelder Rathaus.

Hat die Benennungsurkunden überreicht: Frauke Ritter (3. v. links) im Kreise der Vertreter der ersten offiziellen Regionalkoordinationen in OWL.

Hintergrund: Aktuell nehmen bundesweit über 2500 Schulen an dem Antidiskriminierungsprojekt teil, darunter über 700 Bildungseinrichtungen aus Nordrhein-Westfalen. „Das entspricht 12,5 Prozent aller Schulen im Land“, so Frauke Rütter von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ bundesweit koordiniert. Um das Projekt auf regionaler Ebene bedarfsgerecht umzusetzen und zu unterstützen, gibt es die sogenannten Regionalkoordinationen. In Lippe nimmt diese Rolle seit vielen Jahren das Kommunale Integrationszentrum des Kreises (KI) durch das Engagement im Couragenetzwerk wahr. Mit der Übergabe der Benennungsurkunde als Regionalkoordination aus den Händen von Frauke Rütter, bekommt dieses Engagement jetzt auch einen offiziellen Charakter. „Schon seit langem stützen sie das Projekt und nun bekommen Sie die offizielle Anerkennung für diese Arbeit“, so die Bundeskoordinatorin.

Im weiteren Verlauf des OWL-Treffens stellte der bekannte Schriftsteller Leonhard F. Seidl in einer Lesung seinen Kriminalroman „Fronten“ vor. Seidl verknüpft in seinem Roman die Lebenswege dreier Protagonisten miteinander. Den der vorbildlich integrierten kurdischen Ärztin Roja Özen, den des durch den Balkankrieg traumatisierten Bosniers Ayyub Zlatar und den von Markus Keilhofer, der bei seinen fanatischen „Reichsbürger“-Großeltern aufwuchs. Nach der Lesung nutzten die Zuhörerinnen und Zuhörer die anschließende Diskussion zu einem intensiven Austausch über Rassismus und Fanatismus in einer Gesellschaft voller Angst und Vorurteile.

Mit den sechs Workshops „Wir jagen den Papiertiger“, „Rassismuskritische Perspektiven auf Unterricht, Schule/Schulalltag“, „Widersprechen – aber wie?“ „Hate Speech – Meinungsmache im Netz“, „Menschenbilder“ und „Der NSU-Komplex – zwischen institutionellem Rassismus, Vertuschung und rechtem Terror“, wurden außerdem unterschiedliche Schwerpunktthemen der antirassistischen Arbeit, von Unterrichtsplanung bis zum kreativen Schreiben, diskutiert. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung in den einzelnen Veranstaltungen wurden die Treffen auf den Fluren und während der Pausen für den Austausch und die intensive Netzwerkarbeit genutzt.

 

 

Erfolgreicher Start für den „Runden Teppich“ in Blomberg

Selbsthilfegruppe jetzt in sechs lippischen Kommunen vertreten

Knapp 20 Teilnehmerinnen aus fünf Nationen haben das erste Treffen des „Runden Teppichs“ im Blomberger SOS-Beratungszentrum zu einem vollen Erfolg werden lassen. Margit Monika Hahn vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe (KI) sowie Funda Aksu und Ibtissam Amrous sahen ihre Bemühungen im Rahmen der Vorbereitung des Angebotes in der Nelkenstadt angesichts der großen Nachfrage daher vollends bestätigt.

Angebot jetzt auch in der Nelkenstadt verfügbar: Margit Monika Hahn, Ibtissam Amrous, Funda Aksu und Beatrix Schröder (hinten, von links) freuen sich mit den Teilnehmerinnen über den gelungenen Start des runden Teppichs in Blomberg.

Mit dem „Runden Teppich“ in Blomberg sei die Idee der professionell geleiteten Selbsthilfegruppe nun in sechs Lippischen Kommunen vertreten, freute sich Hahn. So können auch in Blomberg integrierte Deutschkurse und verschiedene Beratungen mit Fachkräften angeboten werden. „Wir informieren beispielsweise über Behörden, das deutsche Gesundheits-, Bildungs- und Ausbildungssystem sowie über die Ernährung oder die Umwelt“, so Hahn weiter.

Gerade die neu zugewanderten Frauen würden sich freuen, Kontakt zu anderen Menschen aufbauen zu können, betonte die Projektkoordinatorin. Angesichts der unterschiedlichen Sprachkompetenzen sei es wichtig, dass bei den Treffen übersetzt werden könne. Gern sähen die Teilnehmerinnen und die Leiterinnen, dass auch Mütter ohne Migrationshintergrund an den Treffen teilnähmen, wie Hahn ergänzte, damit die internationale Verständigung funktioniere. Zudem seien die Ziele bei der Erziehung der Kinder gleich, „alle Eltern wollen, dass ihre Kinder in der Schule erfolgreich sind und eine erbauliche Zukunft haben werden, völlig unabhängig vom Herkunftsland“, so Hahn weiter. Die Koordinatorin des offenen Bereichs im SOS-Beratungszentrum, Beatrix Schröder, freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem „Runden Teppich“. „Es ist schön, viele verschiedene Kulturen im Haus zu haben“, so Schröder. Daher passe das Angebot wunderbar ins Konzept des offenen Bereichs und ergänze außerdem wunderbar das internationale Frühstüchscafé des SOS-Beratungszentrums, findet die Koordinatorin.

Die Treffen des „Runden Teppichs“ finden alle vierzehn Tage, immer in den geraden Kalenderwochen, im SOS-Beratungszentrum in der ehemaligen Grundschule am Paradies, Holstenhöfer Straße 4, von 9 bis 11 Uhr statt. Für die Betreuung der Kinder während des Treffens ist eine Babysitterin anwesend. Das nächste Treffen ist am 30.November.

Weitere Informationen können bei Margit Monika Hahn unter Tel.: 05231-6222660 oder unter M.Hahn2@kreis-lippe.de eingeholt werden.

Rucksackprogramm wächst weiter

Kommunales Integrationszentrum Lippe zertifiziert neue Elternbegleiterinnen

Eltern dabei helfen, die allgemeine und schulische Entwicklung ihrer Kinder bestmöglich zu fördern: Dies ist das Ziel der Elternbegleiterinnen des Rucksack-Programms des Kommunalen Integrationszentrums Lippe (KI). Gleich neun engagierten Frauen wurde jetzt ihr Zertifikat als Elternbegleiterin im Bereich Rucksack-Kita überreicht. „Das Rucksack-Programm ist ein Elternbildungsprogramm, das die Erziehungskompetenz der Eltern steigern und gleichzeitig die Mehrsprachigkeit der Kinder fördern soll. Der Kreis der professionell fortgebildeten Kräfte wächst“, freut sich Anne Grit Bangura, die das Programm Rucksack-KiTa beim KI leitet.

 

Alexandra Steeger, Thomas Frank, Anne Grit Bangura und Margit Monika Hahn vom Team des KI (unten v. rechts) freuen sich mit Lilli Muss, Inna Suckau, Leyla Keskin-Yolcu, Hedda Afli, Laila Kanat, Olga Dück, Anna Karadan sowie Tatjana Schulz (v. links) über die erfolgreiche Zertifizierung.

Hintergrund: Damit es kein Nachteil mehr ist, wenn die Muttersprache der Kinder nicht Deutsch ist, gibt es in Lippe das „Rucksack-Programm“. Ähnlich wie bei der „Rucksack-KiTa“, steht auch bei der „Rucksack-Schule“ die Zweisprachigkeit der Kinder im Vordergrund. Derzeit läuft das Programm Rucksack-KiTa in 15 KiTas beziehungsweise Familienzentren und das Programm Rucksack-Schule in fünf Grundschulen in Lippe.

Wöchentlich kommen Eltern aus unterschiedlichen Herkunftsländern unter Anleitung der Gruppenleiterinnen zusammen und sprechen gemeinsam über die Erziehung ihrer Kinder. Anhand spezieller Übungsmaterialien bekommen die Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder zuhause in ihrer Herkunftssprache spielerisch zu fördern. „Die thematische Förderung wird nach Absprache mit der KiTa parallelisiert, sodass die Kinder ihren Wortschatz nicht nur in Deutsch, in der KiTa, erweitern, sondern praktisch die gleichen Vokabeln auch in der Herkunftssprache ihrer Eltern erlernen“, so Anne Grit Bangura. „Unser Ziel ist es, auch im Hinblick auf die Umsetzung des Zukunftskonzeptes Lippe 2025, das Rucksack-Programm in allen 16 lippischen Kommunen zu etablieren“, erklärt Alexandra Steeger, Leiterin des KI. „Es ist bereits erwiesen, dass Menschen, die mehrsprachig aufgewachsen sind, leichter grammatikalische Strukturen und ähnliche Wörter in anderen Sprachen erkennen können“, fügt Margit Monika Hahn, Mitarbeiterin des KI, an.

Sowohl für Rucksack-Schule als auch für Rucksack-KiTa werden weitere engagierte Elternbegleiter gesucht. Bewerber melden sich bitte bei Anne Grit Bangura (KiTa) unter Tel.: 05231/62-2801 oder bei Nesrin Bartel (Schule) unter Tel.: 05231/62-2700.

Das Kommunale Integrationszentrum bietet Vortrag zum sprachsensiblen Unterricht

„Das Teuerste sind Rückrufaktionen“

Detmold. [fok] „Wer nie Deutsch gelernt hat, macht sich keinen Begriff, wie verwirrend diese Sprache ist.” Mit diesem Mark-Twain-Zitat eröffnete Prof. Josef Leisen seinen vom Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Lippe organisierten Vortrag zum sprachsensiblen Fachunterricht. Über 100 interessierte Lehrerinnen und Lehrern folgten den Ausführungen in der Mensa des Dietrich-Bonhoeffer-Berufskollegs in Detmold.

 

Prof. Josef Leisen verstand es mit seinem Vortrag das Publikum für seine Thesen zu begeistern.

 Mit diesem Blick eines Amerikaners auf die deutsche Sprache, der unter anderem an den im Englischen unbekannten Fällen, der unlogischen Zuordnung der Geschlechter sowie an langen zusammengesetzten Hauptwörtern und vor allem an der Verbstellung verzweifelt, schärfte der ehemalige Seminarleiter den Blick für die Hürden beim Spracherwerb und damit auch der Fachsprache.

Die Heterogenität des Sprachstandes innerhalb einer Klasse umfasste Leisen mit „jeder von Ihnen hat eine bunte Mischung von Sprachlernbedingungen“. Diese ergebe sich aus der sprachlichen, fachlichen und kulturellen Heterogenität. Das müsse von den Lehrerinnen und Lehrern realisiert werden. So sei es wichtig zu lernen die Aufgaben mit den Augen der Schülerinnen und Schüler zu sehen und entsprechend anzupassen. „Wer scheitert woran, das muss ich diagnostizieren“, so sein Credo. Die unerlässliche Reaktion sei es, wie Leisen weiter ausführte, mit unterschiedlichen, angemessenen Materialien und Aufgaben den entsprechenden Sprachständen zu begegnen, damit die Schülerinnen und Schüler weder über- noch unterfordert würden. Die kalkulierte Herausforderung ermögliche den gewünschten Lernerfolg.

„Das Teuerste sind Rückrufaktionen – auch im Unterricht“. Eine entsprechende, den Leistungen der Schülerinnen und Schüler angemessene, Verwendung von Sprache spare, entgegen den Vorurteilen, Zeit. Gerade zusätzliche Erklärungen oder spontane Wortschatzerweiterungen seien die wahren Zeitdiebe und nicht die Vorbereitung individualisierter Materialien.

Mit derselben Vehemenz, mit der Leisen herausstellte, dass die Fachlehrer nicht für den Deutschunterricht verantwortlich seien, betonte er „das Verstehen im Fach gehört in die Hand des Fachlehrers.“ Das fachbezogene Lesen und Schreiben könne nur der Fachlehrer vermitteln, da nur diese über die spezifischen sprachlichen Anforderungen beispielsweise des Physikunterrichts im Bilde seien.

Mit dem Blick auf die Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund machte Leisen den geringen Wortschatz als ein Hemmnis für den Erwerb der Fachsprache aus. Es sei gerade die doppelte Halbsprachigkeit, bei der auch die Herkunftssprache nicht vollständig beherrscht werde, die den schulischen Erfolg verhindere. „Eine gut ausgeprägte Familiensprache ist die beste Basis für das Erlernen einer Fremdsprache“, so sein Fazit.